Wolfgang Gurlitt. Zauberprinz

bis 19.07.2020

Wolfgang Gurlitt.
Zauberprinz

Museum Kulturspeicher Würzburg

Seit dem Schwabinger Kunstfund (Cornelius Gurlitt) schillert der Name Gurlitt. Dieses Erbe geht aber auf den Cousin Hildebrand Gurlitt zurück. Wolfgang Gurlitt übernahm den Kunsthandel seines Vaters Fritz Gurlitt und förderte im Berlin der späten Kaiserzeit und nach dem ersten Weltkrieg Künstler wie Lovis Corinth, Henri Matisse, Max Slevogt, Alfred Kubin, Oskar Kokoschka, Jeanne Mammen und Max Pechstein, dessen Südseereise er vorfinanzierte. Auch war er verlegerisch tätig. Allerdings musste er mehrfach – auch den Zeitumständen geschuldet – Konkurs anmelden, teilweise aber auch seinem ausschweifenden Lebenswandel geschuldet. Auch unterhielt er neben der Ehe mehrere zeitgleiche Verhältnisse. In der Zeit des Nationalsozialismus konnte er – wenn auch aufgrund der vertretenen Künstler und jüdischer Familien- und Liebesbeziehungen misstrauisch beäugt – seine Tätigkeit fortsetzen. 1940 verlagerte er mit Hilfe von Ex-Frau und zweiter Ehefrau größere Teile des Privatbesitzes nach Bad Aussee, wo er 1946 die österreichische Staatsbürgerschaft annahm. Hier war er wesentlich am Aufbau einer Galerie moderner Kunst in Linz beteiligt, die zeitweilig sogar seinen Namen trug und Basis des heutigen Lentos war. Auch der Gründungsdirektor der Städtischen Sammlung Würzburg pflegte enge Geschäftsbeziehungen zu Gurlitt, was Ausgangspunkt für diese Kooperationsausstellung ist. Es ist den Umständen des Kunsthandels in der NS-Zeit geschuldet und der besonderen Geschäftsbeziehungen der Gurlitts zu jüdischen Sammlern geschuldet, dass auch viele Kunstwerke, die von Wolfgang Gurlitt gesammelt und vermittelt wurden, heute unter Provenienzverdacht stehen. Die Ausstellung gibt einen interessanten Einblick in den damaligen Kunsthandel und zeigt neben der Geschichte auch viele sehenswerte Kunstwerke.