Weltempfänger. Georgiana Houghton / Hilma af Klint / Emma Kunz

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bis 10.03.2019

Weltempfänger.
Georgiana Houghton / Hilma af Klint / Emma Kunz

Städtische Galerie im Lenbachhaus / Kunstbau

Schon vor Kandinsky oder Malewitsch gab es abstrakte oder gar gegenstandlose Ausdrucksformen, die heute der Kunst zugerechnet werden, auch wenn dies von den jeweiligen Protagonisten nicht oder nicht primär so gesehen wurde. Die Münchner Ausstellung im unterirdischen Kunstbau (U-Bahn-Haltestelle der U2 und U8) beim Lenbachhaus rückt drei Frauen ins Zentrum, die jede auf eigene Weise Naturgesetze, Geistiges und Übersinnliches bildhaft machen wollten und deren Gestaltungen künstlerisch-abstrakte Züge aufwiesen. Allen ist gemeinsam, dass ihre Werke als Ausdruck von spirituellen Erfahrungen und der Kommunikation mit einer höheren Welt verstanden werden sollten, denn die drei Künstlerinnen verstanden sich als Medien. Die Engländerin Georgiana Houghton (1814–1884) drückte sich vorwiegend in vielschichtigen verwobenen vielfarbigen Liniengebilden aus, die vereinzelt Reales mit Abstraktem kombinieren. Die Bildwelten der Schwedin Hilma af Klint (1862–1944) bedienen sich sowohl konstruktiven Zeichnungen, Farbflächen und Ornamenten, wohingegen die Schweizerin Emma Kunz (1892–1963) streng geometrische Formgebilde kreiert, die an Fadengrafik oder frühe Computerkunst erinnert.

Die Ausstellung ist vor allem kunsthistorisch sehenswert, wohingegen sie für mich künstlerisch nur bedingt Genuss bereitete.

Karten gibt es sowohl im Lenbachhaus wie direkt im unterirdischen Kunstbau im U-Bahn-Schacht der Linie U2 und U8.