SchweizKunstTour Herbst 2017 # 3

Hallo Mitleserinnen und Mitleser,

schade, dass es nun schon wieder so früh dunkel wird und kühl. So konnte ich das lauschige Stellplätzchen an der Aare nicht lange an der frischen Luft genießen. Die Ruhe war aber herrlich.

Tag 4 Donnerstag 21.09.2017 – Schweiztour
Walliswil / Bern / Thun / Spiez

Heute stand die Hauptstadt auf dem Plan. Bern mit dem Wohnmobil zeigte sich in der Vorbereitung als wenig planbar. Parken in der UNESCO-Altstadt erfolgt nahezu ausschließlich unterirdisch. Am Bahnhof gibt es einige Parkplätze, die aber wie die wenigen sonstigen nur für Kurzparker oder längstens 1+ Stunde erlaubt sind. Der letzte oberirdische Parkplatz am Zugang zur Altstadt, Schüttenmatt/Schützenmatte, war aktuell wegen Veranstaltung gesperrt, soll aber laut Pressemeldungen über kurz oder lang anderweitig genutzt werden. Per Google Map Satellitenansicht habe ich mir aber jenseits der Aare in Höhe des Botanischen Gartens den Parkplatz Lorraine (46°57’13.6″“N 7°26’39.1″“E / 46.953765, 7.444181″) ausgeguckt. Und tatsächlich, als ich kurz vor 10 Uhr dort eintraf (Zufahrt nur in Altstadtrichtung möglich) war er relativ leer, was sich auch bis kurz nach 13 Uhr nur geringfügig verschlechtert hat. Viele der Parkplätze bieten Raum zum Überstehen, außerdem ist der Zufahrtsweg so breit, dass auch in diesen hinein etwas Überstand ohne Behinderung möglich ist (ob die Polizei das toleriert, steht auf einem anderen Blatt). Maximale Parkzeit ist leider nur 3 Stunden, was ich dann auch etwas überzogen habe (eigentlich hätte ich auch länger in der Altstadt verweilen wollen). Über 2,20 CHF/Stunde kann man für einen Parkplatz in der Großstadtlage auch nicht meckern.

Etwas mehr wie 5 Minuten zu Fuß über die Lorraine-Brücke begleitet von einem sonnigen und beeindruckenden Blick auf Aare und Altstadtsilhouette zum Kunstmuseum Bern (MPM) / www.kunstmuseumbern.ch, deren Sammlung sehr sehenswert ist. Derzeit wird sie in breiterem Rahmen als üblich gezeigt, den modernen Teil aber leider erst ab morgen. Außerdem endet hier die Ausstellungstournee von van Gogh bis Cezanne, Bonnard bis Matisse. Die Sammlung Hahnloser (früher Villa Flora Winterthur, Zwischenstationen u.a. Staatsgalerie Stuttgart). Auch das erneute Wiedersehen (einzelne Werke auch das erste Mal) war ein Genuss.

Danach nahm ich mir noch etwas Zeit für einen Altstadtbummel. Rathaus, Bundeshaus, Münster und natürlich die zahlreichen Laubengänge sowie der Zytgloggenturm und der Bärenturm (?) sind sehenswert, aber konnten nichts daran ändern, dass mir die Stadt emotional fremd blieb. Angenehm fiel da der kleine Park mit herrlicher Aare-Sicht hinter dem Münster ins Auge.

Nachmittags gab es ein Wiedersehen mit dem Zentrum Paul Klee Bern (MPM) / www.paulkleezentrum.ch / www.zpk.org, welches ich erstmals zu meinem 50. Geburtstag als Geschenk mit Marlies und Michael besuchen durfte. Aktuell laufen dort Sollte alles denn gewusst sein? Paul Klee. Dichter und Denker sowie 10 Americans after Paul Klee. Neben einer hervorragenden Sammlung zeichnet auch die besondere Architektur das Zentrum aus.

Am Zentrum Paul Klee gibt es zahlreiche Parkplätze, die teilweise auch von Womos genutzt werden können. Obwohl der Preis mit 2 CHF/Stunde nur unwesentlich günstiger ist, könnte er auch eine Alternative für einen Bern-Besuch darstellen, da wohl keine so enge Höchstgrenze. Ein Bus pendelt ständig in die Stadt.

Durch den verkürzten Bern-Besuch war ich bereits um Viertel nach 16 Uhr in Thun angekommen, gerade noch rechtzeitig, um den für morgen geplanten Besuch des Ältesten Rundbilds der Welt von Marquard Wocher, das Thun-Panorama (MPM) / www.thun-panorama.ch vorzuziehen. Ein großer Parkplatz (1 CHF/Stunde) an der Ecke zum Schadaupark erleichterte den Zugang am Schloss Schadau (Museum und Restaurant) vorbei zum Rundbau. Eigentlich hat Wocher, dessen Vater ebenfalls Künstler und aus Mimmenhausen/Salem stämmig war, das Panorama zwischen 1809 und 1814 für Basel erstellt, um das aufkommende touristische Interesse am Berner Oberland mit einem Stadtbild von Thun zu bedienen. Trotz seines Erfolgs starb der Künstler verarmt und das Panorama geriet in Vergessenheit. Erst um 1950 wurde es wieder entdeckt, restauriert und an seinen Schauplatz gebracht. Sehenswert, zumal wenn man mit dem MPM kostenfrei bleibt.

Das sonnige Wetter animierte mich, gleich noch etwas durch den Park zu schlendern und dann am Ufer des blauen Thunersees das verschneite Alpenpanorama zu genießen.

Eigentlich hatte ich vor, auf einem Parkplatz in Thun zu übernachten. Obwohl der oben erwähnte Parkplatz 24h kostenpflichtig bleibt (Nachttarif 50 Rappen/Stunde), riet mir die Dame beim Panorama davon ab, da die Thuner Polizei angeblich rigide das Übernachtungsverbot abstraft.

So bin ich zum Hotel Baergsunne Hondrich, Spiez/Hondrich, Aeschistrasse 12 (46°40’16.63″ N 007°40’44.85″ E / 46.672046, 007.680212) weitergefahren, welches 4 Stellplätze ohne Entsorgung für 5 CHF/Nacht anbietet (angeblich kostenfrei bei Einkehr, was jedoch hinfällig, da Hotel und Restaurant seit August bis auf weiteres geschlossen haben). Der Platz scheint mir in Ordnung zu sein und liegt hinter dem Hotel in ruhiger Lage. Die Plätze sollen vorerst weiterbestehen.

Die anderen Womo-Gäste sind anderntags zeitiger aufgebrochen

Zwei Mobile stehen bereits da und mit dem älteren Thurgauer sowie den beiden älteren Damen aus dem Main-Spessart-Kreis ergibt sich ein Plausch über die jeweiligen Touren.

Mein Smartphone gratuliert mir soeben zum höchsten persönlichen Schrittzahlrekord (knapp 15.000), meine Füße fühlen sich auch danach an.

Beste Grüße für heute (Versand erfolgt erst anderntags, da am Stellplatz nur extrem müder Empfang)

Atze