SchweizKunstTour Herbst 2017 # 1

Hallo Mitleserinnen und Mitleser,

diese Woche bin ich wieder allein wegen der Kunst unterwegs, Sightseeing wird lediglich ein Zusatznutzen sein, so es Tourplan und Wetter erlauben. Die Ausstellungshinweise verknappe ich in der Folge noch stärker, da bei (Besuchs-)Interesse alles Wissenswerte auf den Webseiten der Museen nachgelesen werden kann. Kommentierende Ausführungen will ich nur vereinzelt vornehmen, insbesondere wenn mir was besonders lohnenswert erscheint. Hingegen erwähne ich Ausstellungen, die mich nicht angesprochen haben, zukünftig nur in Ausnahmefällen.

Tag 1+2 Montag/Dienstag 18./19.09.2017 – Schweiztour
Appenzell / Winterthur / Warth / Konstanz

Da ich mir die morgendliche Anfahrt über die Engstelle Bregenz ersparen wollte und auch zeitiges Aufstehen, habe ich die störungsfreie Anreise gegen frühen Montagabend unternommen. Von früheren Besuchen war mir ca. 100m oberhalb des

Kunstmuseum Appenzell / www.kunstmuseumappenzell.ch
(in Navis noch unter dem alten Namen Museum Liner zu finden)

der Parkplatz Gringel / Unterrainstraße 4, Appenzell
47°19’38.6″N 9°24’42.2″E / 47.327395, 9.411710

bekannt. Dieser ist zweigeteilt, unterhalb gilt blaue Zone und oberhalb gelb markiert schuleigene Parkplätze fürs Lehrpersonal. Dem Kunstmuseum und etwa 500m weiter der

Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell / www.kunsthalleziegelhuette.ch

gelten meine ersten Besuche. Früher waren die beiden Ausstellungshäuser schwerpunktmäßig der überregional bekannten Künstlerdynastie Liner (Vater Carl August und Sohn Carl Walter gewidmet und gingen auf eine Stiftung des Geberit-Gründers (Rapperswil + Pfullendorf) Heinrich Gebert zurück, ergänzt durch Künstler-Zustiftungen, insbesondere der Witwe von Carl Walter Liner. Nach deren Tod wollten die Nachkommen anscheinend das bisherige Atelier-Wohnhaus zu einem Museum umwidmen und dies führte zur vorsorglichen Umfirmierung, wobei allerdings die Liners immer noch prominent repräsentiert werden (die erwähnten Pläne der Nachkommen haben bis heute jedoch noch zu keinem Ergebnis geführt). Daneben finden aber vermehrt auch überregional beachtenswerte Ausstellungen statt (letztes Jahr z.B. vom schweizstämmigen amerikanischen Fotografen Robert Frank). Derzeit widmen sich beide Häuser anlässlich des 100. Geburtstages des Stifters der Sammlung und Kulturstiftung Heinrich Gebert und zeigt eine Auswahl aus rund 1300 Werken von namhaften Künstlern wie Arp, Scully, Stella, Chillida, Mondrian, Nay, Honegger, Poliakoff, Baumeister, Penck, Lüpertz u.v.m. Sehenswert.

Bei meiner Ankunft ist der Blauzonenparkplatz gut belegt mit wenigen Lücken, für mich findet sich ein Plätzchen direkt vor dem Übergang zum Schulparkplatz. Kurz darauf leert er sich aber, was wohl mit der Schulsporthalle zusammenhängt. Gleiches Schauspiel am Dienstagmorgen gegen neun, der Parkplatz wird wegen Mutter-Kind-Turnen verstopft, als ich vom Kunstmuseum zurückkomme, ist der Spuk schon vorbei und der Parkplatz nahezu leer. Ich wechsle trotzdem zum hauseigenen Parkplatz der Ziegelhütte, weil die Luft etwas feucht ist.

Alternative kostenfreie Stellplätze gäbe es noch beim Schwimmbad Appenzell, Sitterstr. 2 (P2), OT Rüte, 47°20#2.364″ N 9°24’40.198″ E / 47.33399, 9.811166 oder beim Parkplatz Schwende, OT Wasserauen (bei der Seilbahn) 47°17’3.768″ N 9°25’37.513″ mit jeweils 3 Plätzen, die ich aber nicht ausprobieren musste.

Apropos Blaue Zone und Schweiz. Laut meinen Recherchen sind die Schweizer Parkregelungen etwas gewöhnungsbedürftig. Soweit nicht ausdrücklich anderes vermerkt ist, darf in der Blauen Zone nur regulär eine Stunde parkiert werden, hinzu kommt noch ggf. die angebrochen fast halbe Stunde davor, da als Ankunftszeit grundsätzlich auf die nächstliegende halbe bzw. volle Uhrzeit einzustellen ist (wie in Deutschland auch). Vielerorts gilt eine Besonderheit um die Mittagszeit, denn dort ist der Zeitraum zwischen 12 und 13.30 h freies Parken, ggf. erweitert durch die Blauezonezeit. Dies gilt übrigens auch für blau markierte Straßenränder. Vielerorts gibt es Sonderregelungen für eine Ausdehnung der Parkzeit in der Blauen Zone. In Basel und Riehen gibt es hierfür Halb- (8-13 bzw. 12-19 Uhr) oder Ganztagesparkkarten (8-19 Uhr) u.a. an den Billetautomaten der BVB oder online, die dann zusammen mit der blauen Parkscheibe ausgelegt werden müssen. Ähnliche Regelungen kennen auch Bern, Zürich, St. Gallen etc., allerdings ist es nicht überall so leicht an die Parkkarten zu kommen.

Weiße Zonen sind entweder gebührenpflichtig oder/und unterliegen regional besonderen Regelungen. Vielerorts sind die Parkfelder mit Nummern versehen, die man in der zentralen Parkuhr eingeben und die Parkzeit vorab bezahlen muss oder es gibt Parkscheinautomaten wie bei uns. Ist in Weißen Zonen weit und breit kein Gebührenautomat zu sehen und auch kein erklärendes Hinweisschild, darf wohl unbegrenzt und kostenfrei geparkt werden (übernehme allerdings keine Gewähr).

Gelb markierte Parkplätze sind nicht öffentlich (Firmen oder Privat). Eine durchgezogene gelbe Markierung – meist in Verbindung mit gelben Kreuzen – bedeuten hingegen Parkverbot.

Am Mittag führte mich der Tourplan nach Winterthur ins Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten / www.museumoskarreinhart.ch, welches ich vergangenen Oktober bereits hinreichend erwähnt habe (# 6.6 2016). Mein Interesse galt der hervorragenden Sonderausstellung „Neu. Sachlich. Schweiz“, die sich mit den Schweizer Künstlern rund um die sogenannte Kunstrichtung Neue Sachlichkeit befasst, außerdem wollte ich mal wieder einen Blick in die neu präsentierte Sammlung der Kunst des 18./19. Jh. der DACH-Länder werfen.

Winterthur ist übrigens gerade dabei, seine vielfältige Museumsszene neu aufzustellen. Ein Ergebnis ist, dass das Museum Oskar Reinhard und das Kunstmuseum unter einer Dachmarke firmieren.

Am Nachmittag legte ich noch einen Zwischenstopp im Kunstmuseum des Kantons Thurgau / Ittinger Museum (Kartause Ittingen) / www.kunstmuseum.ch / www.kartause.ch / in Warth ein. Dort wird dem Schweizer Bodenseemaler Adolf Dietrich – Mondschein über dem See eine große Sonderausstellung gewidmet, die mich fast zwei Stunden gefesselt hat.

Der Wettergott war mir heute überwiegend freundlich gesonnen. In Appenzell nur etwas Niesel, in Winterthur strahlende Sonne (mit Regenschauer während meines Ausstellungsbesuchs). Sonnig blieb es auch auf der Fahrt nach Warth, als ich dort jedoch kurz vor 18 Uhr ins Freie trat, begannen sich die Wolkenschleusen zu öffnen und wurden auf der Weiterfahrt teilweise so heftig, dass ich sicherheitshalber das Tempo auf 60km/h reduzierte.

Mein Nachtquartier habe ich in Konstanz in der Brauneggerstraße auf einem Straßenparkplatz aufgeschlagen, der in der massiv zugeparkten Siedlung gerade zufällig in der richtigen Länge freigeworden ist. So kann ich morgen die Ausstellung Künstler in München- Impressionen aus den Jahren 1810 bis 1910 in der Wessenberg-Galerie Konstanz / www.konstanz.de/wessenberg fußläufig erreichen.

Beste Grüße für heute
Atze