Readly – der digitale Zeitschriftendienst

Readly – der digitale Zeitschriftendienst

Angesichts längerer Aufenthalte in ärztlichen Wartezimmern und drohendem längeren Krankenhausaufenthalt stellte sich die gleiche Frage wie auf Reisen. Was nimmt man möglichst platzsparend und ohne zu große Beschränkungen als Lektüre mit? Schon seit längerem bieten sich da eBooks an, sofern man an Literatur oder Sachbüchern interessiert ist. Will man jedoch den Blätterwald an Zeitschriften und Zeitungen heranziehen, blieb bis vor kurzem nur das jeweilige Digitalabo oder die Online-Leihe einer entsprechend ausgestatteten Bibliothek.

Seit einiger Zeit schickt sich Readly an, das auf dem Magazinmarkt zu werden, was Netflix & Co im Multimediabereich und entsprechende digitale Buchdienste schon sind – eine preiswerte Quelle fürs Entertainment.

Aus aktuellem Anlass habe ich mich zu einem Abo entschlossen und will hier kurz meine Erfahrungen und Bewertung abgeben. Ob es ein kostenloses Reinschnuppern gibt, habe ich nicht geprüft, sondern gleich das Monatsabo abgeschlossen, welches im ersten Schnuppermonat nur 0,99 € kostet, danach 9,99 €. Risiko geht man kaum ein, denn das Abo kann monatlich gekündigt werden oder auch mal ausgesetzt werden.

Das Titelangebot ist vielfältig und beinhaltet zum gegenwärtigen Stand ca. 4.000 Titel, davon ca. 1.000 deutschsprachige. Das Titelangebot ist allerdings noch deutlich ausbaufähig, denn bestimmte Interessengebiete (z.B. Kunst) sind noch sehr schwachbrüstig bestückt. Außer der Zeitschrift Monopol fehlen sämtliche renommierten deutschen Kunsttitel. Hingegen ist der Bereich Camping & Reisen sehr umfassend repräsentiert (u.a. RMI, ProMobil, CCC, Caravaning, Clever Reisen, CamperVans sowie vielfältige camperunabhängige Reisetitel, die teilweise an andere Verkehrsmittel wie Bike und Motorbike oder Schiffe andocken, auch das ADAC Reisemagazin ist vertreten. Natürlich fehlt auch hier der eine oder andere bekannte Titel der einschlägigen Verlage wie z.B. Dumont Bildatlas, Merian etc. [Nachtrag: Kaum geschrieben, rückte das aktuelle Merian-Heft sowie bisher zwei Archivnummern ins Angebot nach].

Auch in einem anderen Interessensschwerpunkt meiner Webseite herrscht kein Mangel – der Fotografie. Nur wenige der bedeutenden Magazine (u.a. Photographie, fotoForum, NaturFoto, c’t Fotografie) fehlen. Letztere fehlt auch unter den Computerzeitschriften, unter denen sonst nahezu alle namhaften deutschsprachigen Publikumstitel vertreten sind.

Natürlich ist auch der Markt der TV-Zeitschriften und der People-Magazine und Regenbogenpresse gut vertreten, wohingegen seriösere Titel wie STERN oder politische Blätter nahezu komplett fehlen, im Bereich Wirtschaft sieht es auch noch etwas dünn aus. Das englischsprachige Angebot ist da etwas breiter aufgestellt.

Neuerdings fand eine Erweiterung auf Zeitungen statt, die aber noch nicht wirklich erwähnenswert ist, da nicht mal eine Handvoll Titel aus dem Springer Verlag das komplette Angebot darstellen. Mal sehen, ob sich da zukünftig nennenswertes tut.

Soviel zum inhaltlichen Angebot. Nun zur technischen Seite. Für die mobilen Medien Smartphone und Tablet gibt es jeweils für iOS und Android eigene APPs. Geprüft habe ich nur die mir zur Verfügung stehende Android APP auf dem Tablet und Smartphone. Im Lesemodus passt sich die Darstellung gelungen auf das jeweilige Medium an, d.h. auf dem entsprechend großen Tablet kann man ohne Probleme die Einzel- oder gar Doppelseite anzeigen lassen und auch bei entsprechender Auflösung gut lesen. Natürlich kann man auch in die Seite zoomen. Auf dem Smartphone bietet sich die Seitenansicht für den Überblick an um dann in den Lesemodus der Spalte zu wechseln. Lesezeichen lassen sich ebenso festlegen wie Favoriten.

Aktuell gibt es Readly auch noch als web-basierte Seite, allerdings längst nicht so komfortabel wie die APPs und außerdem soll das Angebot wohl im Sommer auslaufen. Schade für diejenigen, die Zeitschriften gern am großen Bildschirm lesen würden oder müssen, weil die Sehleistung nicht mehr zum Besten ist.

Wer unterwegs mit seinem Datenvolumen haushalten muss, kann sich die gewünschten Titel im WLAN auf den internen oder die Speicherkarte komplett herunterladen. Wie viele Titel hängt von den Einstellungen und dem Speichervolumen ab, mit dem Readly aber sehr sparsam umgeht, ohne dass dies der Lesbarkeit Abbruch leistet. Im Archiv sind von vielen angebotenen Titeln auch ältere Ausgaben vorgehalten, selbst zwischenzeitlich eingestellte Magazine finden sich dort.

Die Suchfunktion ist tauglich, sicher aber noch verbesserungswürdig. Man kann aber die Suche nach Interessensgebiet, Länder und Sprachen einschränken. Auch gibt es die Anzeige Neuheiten, deren Aktualität und Tauglichkeit aber noch eingehender Beobachtung bedarf.

Wenn einem ein Artikel gefällt, kann dieser sogar ausgedruckt werden, wobei ich nur den PDF-Export ausprobiert habe. Hier gibt es allerdings eine Einschränkung. Ausgegeben wird offensichtlich immer nur die gerade angezeigte Einzel- oder Doppelseite – will man ein fortlaufendes Dokument, muss man die einzelnen Seiten mittels Fremdprogramm anschließend zusammenfügen.

Für mich hat sich das Abo bereits nach wenigen Tagen bezahlt gemacht und zukünftig werde ich wohl meine reichlichen Abo-Zeitschriften in Papierform zu Hause lesen, wo man sie auch unproblematisch mit ins Bad nehmen kann, unterwegs wird mich kein Papierstapel  mehr beschweren.

https://de.readly.com/

(Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Berichterstattung und Bewertung und nicht als Werbung zu verstehen – ungeachtet des lobenden Charakters. Hierfür erfolgte auch keinerlei Unterstützung durch Readly.)