Ostdeutschland-Tour Frühjahr 2017 # 5

Hallo Mitleserinnen und Mitleser,

bei meinem morgendlichen Rundgang habe ich bei der Einfahrt in den Platz die Versorgungssäule mit 2 Stromanschlüssen sowie Frischwasser entdeckt, daneben den Entsorgungsabfluss für verbrauchtes Wasser. Meine Vermutung zur Sippe hat sich auch insoweit bestätigt, dass diese beide Stromanschlüsse angezapft und über den Platz verteilt mehrere Verteileranschlüsse verlegt hat. Die Sippe hat sich offensichtlich auf länger häuslich nieder gelassen, denn neben einem Caravan steht eine normale Haushaltswaschmaschine und bei einem anderen ein Trommeltrockner. Offensichtlich sind noch mehrere Elektrogeräte im Einsatz, da in einem aufgestellten Abfallcontainer einige entsprechende Verpackungskartons liegen und auch auf einem Seitenstreifen eine wilde Müllkippe aufgetürmt wurde. Die Nacht war jedoch relativ ruhig.

 

Tag 7 Mittwoch 5. April.2017 – Ostdeutschland-Tour
Berlin / Potsdam

Heute steht auch die Kunst in Berlin im Vordergrund. Zunächst steuerte ich die Berlinische Galerie / www.berlinischegalerie.de an, dort interessierte mich primär die Ausstellung von Cornelia Schleime, der Hanna-Höch-Preisträgerin 2016. Die 1984 aus der DDR übergesiedelte Künstlerin fing ursprünglich mit Fotografien und Körperaktionen an, hat sich aber in der BRD der realistischen Malerei mit teilweise surrealen Bildfindungen verschrieben. Eine sehenswerte Ausstellung, allerdings nur noch bis 24.04.2017 zu sehen (falls jemand über Ostern in der Hauptstadt sein sollte). Sehenswert ist im Obergeschoss auch die ständige Sammlung Berliner Kunst 1880 bis nach 1945. Für Besucher mit dem Auto der Hinweis, dass es hinter dem übernächsten Block einen Besucherparkplatz gibt, den ich leider erst zu Fuß entdeckt habe.

Die nächsten drei Ziele waren für mich noch unbekannt. In Charlottenburg besuchte ich die Villa Oppenheim – Museum Charlottenburg-Wilmersdorf / www.villa-oppenheim-berlin.de. Die Kunstsammlung stützt sich auf eine Schenkung bzw. Stiftung um 1910 und hat ihren Schwerpunkt in Berliner Künstlern des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jh. (Liebermann, Leistikow, Menzel, Hagemann, Kaltenmorgen etc.). Später gab es dann noch eine Zustiftung, die Künstler des 19. Jh. der Münchner und Düsseldorfer Schule in die Sammlung brachte (Defregger, Achenbach u.a.).

Auf der rückwärtigen Seite des Brücke-Museums in Dahlem befindet sich das Kunsthaus Dahlem / www.kunsthaus-dahlem.de, das als Bildhaueratelier von Hitler für seinen Lieblingsbildhauer Arno Breker errichtet wurde, diente nach dem Krieg für längere Zeit als Atelier für Bernhard Heiliger, später wurde es in mehrere Ateliers aufgeteilt. Seit 2015 werden in den Räumlichkeiten Bildhauerarbeiten des 20. Jahrhunderts gezeigt, jedoch mit einem Schwerpunkt der unmittelbaren Nachkriegszeit bis Mitte der 60er.

Ungeplant, aber wenn schon einmal vor Ort, schaute ich zum wiederholten Male beim Brücke-Museum vorbei, das aktuell einen hervorragenden Sammlungsüberblick zeigt. Ein Highlight des heutigen Tages.

Zum Abschluss steuerte ich das Haus am Waldsee / www.hausamwaldsee.de an, die in Kooperation mit der Pinakothek der Moderne München die zweigeteilte Ausstellung „Vermisst. Der Turm der blauen Pferde von Franz Marc – zeitgenössische Künstler auf der Suche nach einem verschollenen Meisterwerk“ präsentiert. Nachdem das Bild in der Nationalgalerie beschlagnahmt und als prominentestes Werk der Ausstellung „Entartete Kunst“ diente, ging es in die Verfügungsgewalt von Göring über. Dieser nutzte das heutige Haus am Waldsee als Depot für seine Kunstsammlung. Dort soll das Bild in den ersten Nachkriegstagen gesichtet worden sein, im Sommer dann im ehemaligen Abgeordnetenhaus und 1948/49 will ein Pfadfinder das Bild in einem Nachbarhaus des Hauses am Waldsee gesehen haben. Von da an verliert sich die Spur des berühmtesten Bildes von Franz Marc. In Berlin und München befassen sich nun zeitgenössische Künstler einerseits mit der Bildvorlage, andererseits mit seiner rätselhaften Geschichte. Zwar sind einige interessante Arbeiten darunter, aber wirklich faszinieren konnte mich keine.

Zur Übernachtung habe ich mir den Großparkplatz BuGa-Gelände am Volkspark Potsdam, Georg-Hermann-Allee 144, 14469 Potsdam, GPS 52°25‘9.3“ N 13°3‘0.576“ O auserkoren. Kostenlos, kein V/E, S-Bahn. Letztere fährt direkt zum Alten Markt, dem Zentrum Potsdams mit dem Museum Barberini. Was aus meinem Plan zum Besuch von Park & Schloss Sanssouci wird, hängt primär vom Wetter ab.

Beste Grüße für heute
Atze