OberrheinKunstTour Herbst 2017 # 2

Hallo Mitleserinnen und Mitleser,

die Nacht auf dem Stellplatz auf dem Parkplatz am Freibad Gernsbach-Obertsrot dürfte die ruhigste aller Womo-Zeiten gewesen sein, da der Platz weitab von Verkehr und belebten Siedlungen ist.

 

Tag 2 Freitag 20.10.2017 – Untere Oberrheintour
Gernsbach-Obertsrot / Baden-Baden / Zell am Harmersbach / Nordrach / Gengenbach / Durbach / Ortenberg

Da die Parksituation in Baden-Baden für Womos denkbar schlecht ist (für PKW gibt es zentral mehrere Parkhäuser), habe ich am zeitigen Morgen den kostenlosen Park+Ride Parkplatz Oos Baden-Baden Süd beim Bahnhof angesteuert (183 Plätze, Güterbahnhofstraße). Alternativ gibt es auch noch den Platz Nord (Kuppenheimer Straße, 237 Plätze) und jenseits der Bahnlinie West (Flugstraße, 188 Plätze, Unterführung zum Bahnhof). Um es gleich vorweg zu sagen: Die frühe Anfahrt wäre nicht notwendig gewesen, da der hintere Teil des Platzes Süd während meiner gesamten Anwesenheit erhebliche Leerplätze aufgewiesen hat. Dieser hintere Teil ist am ehesten für kurze Womos tauglich, längere können aber in der Güterbahnhofstraße am Straßenrand stehen.

Mit dem Bus Linien 201 (Richtung Oberbeuern + Lichtental) bzw. 216 (Neuweier Kirche) kommt man direkt in die Lichtentaler Allee (Haltestelle LA8 – nicht Lichtentaler Allee/Museen, die ist nämlich am Ende des Parks). Rückfahrt von der Haltestelle Frieder-Burda-Museum/Kunsthalle auf der anderen Straßenseite. Einfache Fahrt: 2,40 €. Fahrtdauer ca. 15-20 Minuten, man könnte die Linie auch zur Stadtbesichtigung nutzen, denn sie führt entlang der meisten Sehenswürdigkeiten (u.a Kurhaus, Festspielhaus, diverse Kirchen, Parks und ins Zentrum zum Bummeln).

Im Museum Frieder Burda Baden-Baden (MPM) / www.sammlung-frieder-burda.de werden derzeit inszenierte Fotos des kanadischen Fotokünstlers Rodney Graham gezeigt. Nahezu alle Szenen sind von einem leisen Humor geprägt und brillant fotografiert und mittels Leuchtkästen präsentiert. Ein schöner Einstieg in den Kunsttag. Er ist übrigens mit dem bekannten kanadischen Fotokünstler Jeff Wall befreundet und betrieb mit diesem eine Musikgruppe. Vom musikalischen Talent kann man sich überzeugen, wenn man den Audioguide nutzt, was ich unterließ.

Nur etwas mehr wie 100m weiter zeigt das LA8 Neue Museum für Kunst und Technik Baden-Baden (MPM) die Ausstellung Hans Thoma. Wanderer zwischen den Welten / www.museum.la8.de. Der im Schwarzwald geborene Künstler war zu seiner Zeit genauso umstritten wie in späteren Epochen. Als Naturalist entwickelte er sich zum Symbolisten (Anklänge an Böcklin, Stuck, Segantini) bis hin zum deutschen Impressionismus. In der Ausstellung ist seine symbolistische Phase m.E. überrepräsentiert, liegt aber vielleicht auch nur an meiner Wahrnehmung, da mir diese am wenigsten gefällt. Trotzdem eine sehenswerte Ausstellung, begleitet von einem schönen und dicken Katalog für nur 19 €.

Wer übrigens Interesse am Werk von Frida Kahlo hat, kann direkt gegenüber vom P+R Süd das Kunstmuseum Gehrke-Remund Baden-Baden / www.kunstmuseum-gehrke-remund.de besuchen. Zu sehen bekommt man allerdings keine Originale, sondern vom mexikanischen Staat lizenzierte Repliken.

Aufgrund der Zeitplanung habe ich anschließend meine weitere Route umgekehrt, da das nächstgelegene Ziel in Durbach erst um 14 Uhr öffnet, jedoch bis 18 Uhr offen ist, wohingegen die anderen beiden schon um 17 Uhr schließen.

Schon länger stand ein Besuch der Walter Bischoff Galerie / Villa Haiss Museum (MPM) in Zell am Harmersbach / www.museum-villa-haiss.de auf meiner To-Do-Liste. Selten habe ich eine Privatsammlung mit derart breiter Stilpalette gesehen. Hier dürfte für alle Geschmäcker was dabei sein.

In der ursprünglichen Planung wollte ich danach auf dem Stellplatz Hansjakob-Halle Nordrach (Nähe Hammersbach), Im Dorf, 77787 Nordrach (48° 23′ 56″ N 8° 4′ 45″ E) nächtigen. Aufgrund der Tourumkehrung nicht mehr sinnvoll, wollte ich mir den Platz dennoch ansehen und die Entsorgungsstation nutzen. Die 8 Plätze sind schön zentral und trotzdem am Dorfrand angelegt, kostenlos und ganzjährig nutzbar, Strom gibt es für 1 €/6h. Das Areal liegt hinter einem Lokal mit Bowlingbahn und neben dem Friedhof. V/Ewc gibt es nicht am Stellplatz, sondern auf der anderen Friedhofseite am Rande eines großen Parkplatzes hinter der Kirche. Wenig durchdacht scheint mir aber, dass wohl nicht nur der Frischwasserhahn gegen 1 € freigeschaltet wird, sondern auch die Spülung für WC/Abwasser sowie Tankreinigung. Sonst noch nirgends gesehen habe ich ein mobiles Abwasserbecken. Dieses ist mit einem einige Meter langen dicken Schlauch mit der Sani-Anlage verbunden und kann so leicht unter dem Ablaufhahn des Womo platziert werden.

Auf der Rückfahrt habe ich einen kleinen Zwischenstopp in Gengenbach eingelegt und dank Umkehrung der Tour auch etwas Zeit, das Städtchen etwas zu erkunden. Die Altstadt macht einen rundum positiven Eindruck auf mich mit schöner historischer Bausubstanz der verschiedenen Stilepochen. Etliche Fachwerkbauten werden durch gut eingebettete neuere Bauten ergänzt. Am zentralen Marktplatz steht das schmucke Rathaus, welches überregional vor allem durch den Fenster-Adventskalender Berühmtheit erlangt hat.

Schräg gegenüber präsentiert das eigentliche Ziel meiner Anreise, das Museum Haus Löwenberg (MPM) / www.museum-haus-loewenberg.de in Kooperation mit dem Museum Frieder Burda die sehenswerte Ausstellung Standhaft. Der Aufrecht stehende Mensch in Kombination mit einer Fotoausstellung der früheren FAZ-Fotografin Barbara Klemm.

Zum Abschluss ging es nun nach Durbach zum Museum für aktuelle Kunst Sammlung Hurrle Durbach (MPM) / www.museum-hurrle.de, welche auf einer Fläche, um die es manches Museum beneiden wird, neben einer ständigen Sammlungspräsentation zur oberrheinischen Kunst der Moderne zwei Sonderausstellungen präsentiert: Landschaft in der Kunst nach 1945 sowie eine Werkschau zu Ben Hübsch / Martin Kasper. Besonders erstere hat mich beeindruckt.

Über die APP MeinWomo habe ich rasch einen neuen Stellplatz gefunden, der mir schon auf der Fahrt von Gengenbach nach Durbach durch ein Hinweisschild ins Auge gefallen ist: Kostenloser Stellplatz Ortenberg, Hauptstraße 59/Dorfplatz (Großparkplatz hinter Rathaus und Feuerwehrhaus (N 48°26’59.88″ E 007°58’14,74″) mit ausgewiesenem Areal für ca. 6-10 Womos. Schöner Platz, Sitzgruppe, kostenloses WLAN (allerdings entweder zeitbegrenzt oder abends abgeschaltet). Soweit ich im Halbdunkel erkennen konnte, wohl keine V/E sowie keine Stromsäulen.

Beste Grüße für heute
Atze