NordOstKunstTour Frühjahr 2018 # 2 ##

Liebe Mitleserinnen und Mitleser,

wie ja eingangs zum ersten Bericht der Tour erwähnt, diente diese Tour nahezu ausschließlich dem Abklappern von zahlreichen Ausstellungen im Norden und Osten der Republik. Somit konnte man meinen Weg zwar anhand der Ausstellungshinweise nachvollziehen sowie einiger Stellplatzhinweisen, für ergänzende Information hier jetzt ein abschließender Nachklapp.

Auch wenn es dazu evtl. noch Sonderbeiträge gibt, hier zwei Hinweise zu Museumspässen. In Hamburg haben 5 Ausstellungshäuser den Kunstmeilenpass Hamburg aufgelegt. Er bietet für 3 Tage kostenlosen Eintritt in das Bucerius Kunst Forum, die Hamburger Kunsthalle, das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, den Kunstverein in Hamburg und die Deichtorhallen Hamburg (Internationale Kunst / Photographie – nicht enthalten ist hier die Sammlung Falckenberg in den Phoenix-Fabrikhallen in Hamburg-Harburg). Bei 25 € / 19 € erm. lohnt er sich beim Besuch von 3 Museen. Statt dem 3-Tages-Pass gibt es auch eine Jahresvariante (36 € / 22 € erm.), allerdings aus meiner Sicht weniger attraktiv, da jedes beteiligte Haus nur einmal damit besucht werden kann. Der Pass schließt übrigens Sonderausstellungen mit ein.

Anders sieht dies beim Museumspass Berlin 3-Tage-Karte aus. Für 29 € / 14,50 € erm. kann man innerhalb von 3 Tagen über 30 Museen, darunter alle Häuser der Staatlichen Museen zu Berlin, kostenlos besuchen – allerdings gilt dies nur für die Dauerausstellungen und ausgewählte Sonderausstellungen. Für bestimmte Sonderausstellungen können die beteiligten Museen einen Aufschlag verlangen. Problematisch finde ich diese Regelung, weil nicht in jedem Fall die Museen auf der Webseite den Aufschlag bereits bekannt geben. Aufpassen muss man auch, weil nicht alle beteiligten Museen des Museumspass aktiv bewerben. In Unkenntnis habe ich daher in den ersten 3 Museen extra gelöhnt, nicht wissend, dass diese am Pass beteiligt sind und ihn auch verkaufen.

Donnerstag 17.05.2018
Ribnitz-Damgarten / Ahrenshoop / Schwaan / Güstrow

Nun zum weiteren Tourverlauf. Nachdem ich mich in Ribnitz-Damgarten mit der Lyonel-Feininger-Broschüre versorgt habe (den Kunstpfad selbst werde ich bei anderer Gelegenheit abklappern) führte der Weg zum wiederholten Male nach Ahrenshoop, um die herausragende Künstlerin Dora Koch-Stetter ausgiebiger kennenzulernen. Anschließend machte ich auf dem Weg nach Güstrow, wo ich nach wiederholten Versuchen endlich mal die Ernst-Barlach-Kunststätten besuchen wollte. Letztes Mal hat es am späten Nachmittag nur noch zum Schlossbesuch gelangt. Allerdings legte ich noch einen Zwischenstopp in Schwaan ein, wo im Kunstmuseum der dortigen Künstlerkolonie ausgiebig Raum gegeben ist.

In Güstrow blieb ich auf dem kostenlosen Stellplatz am Gleviner Platz neben dem Schloss über Nacht, so dass ich noch einen kleinen Spaziergang durch die Kernstadt unternehmen konnte. Soweit die Füße am Ende eines anstrengenden Tages eben noch tragen. Außer dem Schloss ist vor allem der Dom zu Güstrow mit Domplatz und die umliegenden Gassen sowie das Areal am Markt mit Rathaus und Pfarrkirche St. Marien ansehnlich.

Freitag 18.05.2018
Malchow / Berlin

Auf dem Weg nach Berlin stand noch ein Zwischenstopp im Kunstmuseum Kloster Malchow an, auf das ich durch einen Fernsehbeitrag in der Sendung Nordtour des NDR aufmerksam wurde. Evtl. gibt es dann mal wieder ein Wiedersehen und insbesonders eine Erkundung der Stadt, wenn ich den geplanten Aufenthalt in der Mecklenburgischen Seenplatte realisiere.

Am Freitagnachmittag fuhr ich das Bröhan-Museum sowie die benachbarten Kunsthaus Dahlem / Brücke-Museum Berlin mit dem Womo an, da sie mit dem ÖNV etwas umständlicher erreichbar sind und vor allem die letzten beiden ausreichend Parkmöglichkeit bieten. Eigentlich wollte wie letztes Mal mein Womo im Umfeld des Olympiastadions abstellen, angesichts des Pokalendspiels aber wenig ratsam. Also habe ich das Georg-Kolbe-Museum angesteuert, einerseits in der Hoffnung, es vielleicht noch am Freitag besuchen zu können, vor allem aber, um in der Straße mein Womo abstellen zu können (Villenumgebung). Ersteres ging schief, da ich auf der rund 8km-Anfahrt etwas über eine Stunde im Messe-Stau gestanden habe und mir weder mein Navi noch Google-Maps eine sinnvolle Alternativroute anbieten wollten.

Fürs Nachquartier konnte ich aber genau gegenüber dem Museum einen schattigen Straßenparkplatz beziehen (und trotz Schatten sogar TV-Empfang). Wenige hundert Meter in der Heerstraße neben dem gleichnamigen S-Bahnhof genoss ich im Ristorante RAFIH eine vorzügliche Tomatencremesuppe sowie eine Holzofenpizza mit Nachtisch, samt Getränk nur knapp über 20 €. Empfehlenswert. Das ist wohl auch allgemein im Viertel bekannt, denn die Plätze blieben nie lang unbelegt. Da es trotz heißer Tage abends und nächtens empfindlich kalt wurde (unter 10 Grad), konnte auf den Biergarten leider nicht ausgewichen werden.

Samstag 19.05.2018
Berlin / Potsdam

Meine Kunststationen am Samstag klapperte ich mit der S-Bahn in direkter Linie ab (Alte Nationalgalerie, Hamburger Bahnhof, Amerika Haus / C/O Berlin). Von dem an diesem Tag startenden Berlin Mural Fest(ival) habe ich leider nichts mitbekommen, wenn man von den schon länger existierenden Murals (Wandbildern) absieht. Schon tagsüber warf das Pokalendspiel in der Innenstadt seine Schatten voraus. Fröhliche Fangruppen hatten nahezu sämtliche Ausflugsschiffe gekapert, andere genossen die Parkanlagen oder die Gastronomie, letztes nicht selten mit unangenehmen Nebenwirkungen was das Auftreten in der Öffentlichkeit anbelangt. Obwohl ich schon gegen fünf Uhr nachmittags den Rückweg antrat, genoss ich die Rückfahrt in der S-Bahn in buchstäblich vollen Zügen. Umfallen musste nicht befürchtet werden, selbst wenn die stickige Luft die Sinne rauben sollte.

Nachdem sich der Stau zum Olympiastadion aufgelöst hatte, fuhr ich weiter nach Potsdam um dort den gebührenfreien Stellplatz am Volkspark Potsdam anzusteuern. Angeblich soll es dort 15 Stellplätze ohne V/E geben. Allerdings ist die Anlage zwar mit einem Labyrinth hoher Hecken sehr idyllisch, aber auch sehr unübersichtlich. Die vermeintlichen Stellplätze konnte ich im Gewirr der parkenden PKW und überwiegend querstehenden Womos nicht entdecken, lediglich an einzelnen Stellen der Hecken sind Durchlässe gelassen, so dass dort ggf. ein Womo in Längsausrichtung stehen kann. Glücklicherweise entdeckte ich noch eine freie Nische und stellte mich eben auch quer über 3 PKW-Plätze. Am späteren Abend lichteten sich die parkenden PKW und die Womo-Dichte nahm zu. Bis auf Erziehungsprobleme aus einem Womo jenseits der trennenden Hecke verlief die Nacht angenehm ruhig.

Sonntag 20.05.2018
Potsdam / Halle/Saale / Leipzig / Altenburg

Am frühen Morgen wechselte ich dann auf einen Straßenparkplatz direkt Am Alten Markt, wo ich um 10 Uhr das Online gebuchte Ticket beim Museum Barberini einlösen konnte.

Von dort ging dann eine längere Fahrt nach Halle/Saale ins Kunstmuseum Moritzburg (Parkplatz Burggraben, Schlossbergstraße – der direkt gegenüberliegende Friedemann-Bach-Platz ist für Womos zu eng) sowie nach Leipzig zum Museum der bildenden Künste. Die Parkplatzsituation war trotz oder wegen Pfingstsonntag etwas angespannt, zusätzlich vermutlich verschärft von dem Wave-Gotic-Treffen 2018 vom 18.-21. Mai. Dies prägte vor allem auch das visuelle Bild der Straßen in der Innenstadt. Trotz der überwiegend schwarzen Kleidung, aber mit viel Spitzen und Glitzer und Farbtupfern, waren die Gotics in vielen fröhlichen Gruppen unterwegs und einer verdankte ich dann noch den Tipp zu einem vorzüglichen Eis bei Andria Ristorante Pizzeria Eiscafe in der Nikolaistraße.

So erfrischt machte ich mich auf eine Überlandfahrt zum Stellplatz am Großen Teich Altenburg, wo ich dank Feiertag am Pfingstmontag das Lindenau-Museum besuchen konnte.

Montag 21.05.2018
Altenburg / Chemnitz / Oberlungwitz / Eisenberg

Ebenfalls dem Feiertag ist es zu verdanken, dass ich nach einer entspannten Autobahnfahrt im Museum Gunzenhauser Chemnitz die Jubiläumsausstellung 300 x Dix am Nachmittag besichtigen konnte.

Dort bremste mich ein Stau schon vor der Auffahrt auf die A4 aus. Dies war eine glückliche Fügung, denn so nahm ich die Landroute an der HEM Tankstelle Oberlungwitz vorbei, die in der Region zutreffender Weise den Ruf hat, eine der günstigsten Tankstellen zu sein. So konnte ich rund 5 Cent pro Liter gegenüber den anderen Tankstellen sparen und hatte zudem eine entspannte Fahrt.

Der Stellplatz in Eisenberg schien mir einerseits günstig gelegen, da in der Nähe der A4 und von meinem nächsten Tourziel Jena, andererseits aber auch preislich. Und die Wahl war bestens.

Dienstag 22.05.2018
Jena / Erfurt / Erfurt-Molsdorf / daheim

In Jena besuchte ich drei Ausstellungsstätten. Die Sonderausstellung Depotkunst ans Licht in der Stadtkirche Sankt Michael hat mehr versprochen als gehalten, aber auch deutlich gemacht, dass es Jena wohl tatsächlich an einem Kunstmuseum fehlt, in dem u.a. die Sammlung der Stadt gebührend präsentiert werden kann. Dafür soll die Kunstaktion werben. Die Kunstsammlung Jena bespielt derzeit nämlich Teile des Stadtmuseums und kann neben den gelegentlich sehenswerten Sonderausstellungen die Sammlungsbestände nicht ausreichend zeigen. Die aktuellen Sonderausstellungen haben mich nicht begeistert. Anders mit der Ausstellung Frank Kunert im Literaturmuseum Romantikerhaus, welches mir schon öfters durch interessante Ausstellungen aufgefallen ist. 

Bemerkenswert ist in der Stadtkirche Sankt Michael die Luther-Grabplatte, obwohl er hier nicht begraben ist. Ursprünglich für sein Grab gedacht, konnte sie aufgrund politischer Umstände und Folge von Religionskriegen nicht mehr aufgestellt werden. Daher ist sie im Exil in Jena errichtet worden.

Obwohl mich die Fahrt nach Erfurt durch Weimar geführt hat, legte ich hier keinen Zwischenstopp ein. Einerseits war ich hier schon vor Jahren anlässlich einer Rechtsschutztagung, andererseits hat mich keine aktuelle Ausstellung angesprochen. Aber im Zusammenhang mit den Jubiläumsfeierlichkeiten zum hundertjährigen Jubiläum 2019 wird mein Aufenthalt in den Bauhaus-Städten wohl etwas intensiver ausfallen.

Erfurt stellte meine Abschlussstation dar. Das Womo habe ich auf dem Caravan-Parkplatz Eichenstraße abgestellt. Zum Übernachten sind die dort ausgewiesenen Plätze kaum zu empfehlen, da unmittelbar neben einem Kühl- oder Stromaggregat, welches mit Lärm nicht geizte. Ein Rundgang führte mich am Angermuseum sowie an der Kunsthalle vorbei.

Abschließend besuchte ich noch das Schloss Mohlsdorf. Von der dortigen Sonderausstellung war ich nicht angesprochen, Schloss und Park sind jedoch ganz ansehnlich. Leider hatte das Schlosscafé geschlossen, so dass ein entspannter Ausklang des Programms nicht gegeben war.

Stattdessen erreichte ich nach knapp 4 Stunden heimatliche Gefilde und konnte mir noch 4 Minuten vor Schließung  beim Netto das fehlende Eis besorgen.

Soviel für diesmal

Euer Atze