NordOstKunstTour Frühjahr 2018 # 1

Liebe Mitleserinnen und Mitleser,

neben etlichen Ein- und Zwei-Tages-Touren in Sachen Kunst, deren Früchte in den Ausstellungsteil der Webseite eingeflossen sind und keinen Tourbericht rechtfertigen, verhält es sich mit dieser längeren Tour fast ähnlich, so dass ich nur Aspekte hier im Bericht erwähnen will, die in den anderen Rubriken sich nicht niederschlagen, mir aber erwähnenswert erscheinen.

Vor dem Aufbruch nach Hamburg habe ich noch eine kurze Stippvisite bei den Fürstenfelder Naturfototagen in Fürstenfeldbbruck absolviert. Diese finden übrigens zukünftig ab 2019 wegen Verlegung und jährlichem Rhythmus der PHOTOKINA immer gegen Ende August statt.

Montag 14.05. / Dienstag 15.05.2018
Hamburg

Wie bereits 2016 habe ich wieder zwei Nächte am Straßenrand beim Jehnisch-Park (Hochrad 74, Hamburg-Flottbek) verbracht. Tagsüber und in die frühe Nacht hinein ist es zwar sehr laut, da es sich um eine vielbenutzte Verbindungsstraße handelt, u.a. auch ca. alle 10 Minuten ein Bus zur Haltestelle Marxsenweg. Spätestens nach Mitternacht wird es aber deutlich ruhiger, allerdings ist an langes Ausschlafen kaum zu denken, weil kurz nach 6 Uhr wird der Verkehr schon wieder reger.  Eine ruhigere Alternative wären die Seitenstraßen, die aber wegen Hanglage nicht einigermaßen eben sind. Bessere Karten hat man da ggf. näher Stadteinwärts. Insgesamt handelt es sich aber um eine angenehme Villengegend mit guter ÖNV-Anbindung. Und für mich natürlich unschlagbar ist die Möglichkeit, jetzt immer gleich zwei Museen vor Ort zu besuchen und bei schönem Wetter auch noch die Parkanlage zu genießen.

Jenisch-Haus

Apropos genießen. Wieder bin ich direkt gegenüber beim Restaurant To’n Peer Stall eingekehrt und habe von der Suppe über den Hauptgang bis zu den Erdbeeren mit Vanilleeis alles genossen. In der Innenstadt hatte ich mir von der Gelateria in den Rathausmarkthallen gegenüber dem Rathaus ein überaus vorzügliches Eis schmecken lassen.

Rathausmarkthallen

Speicherstadt
Brooksbrücke

Alsterblick

Während der erste Hamburg-Tag nach der nächtlichen Anreise am Montagabend ganz im Zeichen der Kunst stand, betrat ich am heutigen

Mittwoch, 16.05.2018
Hamburg / Lübeck / Ribnitz-Damgarten

um 9 Uhr mit einer Kartenreservierung das Miniatur Wunderland Hamburg in der Speicherstadt. Übrigens eine praktische Einrichtung, dass man online nicht nur ein Ticket für einen bestimmten Einlasszeitraum erwerben kann, sondern auch nur eine Reservierung vornehmen kann und das Ticket dann vor Ort bezahlt. Hat den Vorteil, dass man die Reservierung notfalls wieder absagen oder auf einen anderen freien Termin verschieben kann und erst vor Ort sein Geld los wird. Laut Webseite soll man mit der Reservierung auch keine Wartezeiten haben, außer eben diejenige, die man für das Bezahlen an der Kasse steht. Der Einlasszeitraum ist aber garantiert. Zu Stoßzeiten sollen ohne Vorbuchung schon mal bis zu zwei Stunden Warteschlange anfallen.

Hamburg Miniatur Wunderland

Die Anlage verteilt sich zwischenzeitlich über anderthalb Stockwerke (3./4.) plus einem Sonderschau-Bereich, in dem historische Ansichten aufgebaut sind.  Im 2. Stock befinden sich neben der Kasse ein umfangreicher Shop, ein großer Restaurantbereich mit sehr zivilen Preisen (ein großes Glas Cola kostet 2,50 €, die Speisen bewegen sich zwischen 5 und 10 € und sehen sehr lecker aus – probiert habe ich allerdings nichts. Außerdem sind dahinter die Toilettenanlagen.

Die Anlage selbst ist eigentlich unbeschreiblich. In zahlreichen Länder- und Themenblöcken sind typisierte Landschaften gebildet und mit Zügen, Autos, Häusern, Flugzeugen und sonstige Fluggeräte vom Gleitschirm bis zur Rakete und einer Wimmelei von Figuren bestückt, die sich größtenteils in statischer Aktion  befinden. Alle paar Zentimeter spielen sich Geschichten ab. Wer sie alle erfassen wollte, würde vermutlich Wochen oder gar Monate benötigen, vor allem aber einen Tunnelblick. Mir fiel es spürbar schwer, mich von der Überzahl und dem Gesamtbild zu lösen und einzelne Geschehnisse zu erfassen. Faszinierend ist für jemand wie mich, der nie eine elektrische Eisenbahn besessen hat (sich auch nicht sehr dafür interessiert hat, sondern eher eine aus Kunststoff, mit der man aktiv spielen konnte), ist auch, dass nicht nur die Züge fahren, sondern auch die Autos und sonstigen Verkehrsmittel. Außerdem wird in regelmäßigen Abständen der Tag-Nacht-Zyklus vollzogen und bringt zigtausende Lämpchen zum Leuchten.

Hier eine Auswahl der Szenen:

Nach 3 Stunden war ich visuell gesättigt und habe mich auf den Weg nach Lübeck aufgemacht, wo ich den Nachmittag in Ausstellungen, aber auch die Stadt relaxt mit Sightseeing und Cafébesuch bzw. Eisdiele genießen wollte. Bereits bei der Einfahrt in die Stadt kam es zu Stockungen, da die Ampeln außer Betrieb waren. Trotzdem kam ich noch relativ zügig zu meinem Parkplatz beim MUK. Das Rag flott gemacht und hoch zum Holstentor. Verkehrschaos pur, dort aber im Gegensatz zu den anderen Kreuzungen bemühten sich einige Verkehrspolizisten etwas Ordnung zu schaffen. In der Tourist Information erfuhr ich dann, dass Lübeck von einem flächendeckenden und wohl überregionalen Stromausfall betroffen ist. Museen und Geschäfte daher weitgehend geschlossen. Ohne Strom nix los. Also habe ich meinen Plan verworfen und mich langwierig wieder aus der Stadt hinausgekämpft. Eigentlich wollte ich in Lübeck auch meinen fast leeren Tank auffüllen, aber ohne Strom stehen nicht nur die Elektroautos still, sondern auch die Tankstellen.

Eigentlich hatte ich geplant, am Abend den Wohnmobilpark Westhafen Wismar anzufahren, bevor es morgen weiter nach Ahrenshoop geht. Aufgrund der frühen Nachmittagsstunde bin ich dann gleich bis Ribnitz-Damgarten, Stellplatz Gänsewiese, durchgefahren. Liegt wie die Adresse Am See 50 (54° 14′ 44″ N / 12° 25′ 24″ E) es benennt in der Natur direkt am Wasser (mindestens 15 Plätze, 8 €/Nacht, V/E,WCe, ganzjährig, Rondell neben Parkplatz).

Soviel für heute

Euer Atze