Norddeutschland-Tour Spätsommer 2016  # 2

Norddeutschland-Tour Spätsommer 2016  # 2

 

Hallo Mitleserinnen und Mitleser,

jetzt wäre eine Fußmassage eine Wohltat – aber mehr dazu weiter unten.

Kleiner Nachtrag zum Stellplatz: In Niedersachsen ist schon wieder Schulbetrieb und die lieben Grundschuleltern veranstalten ab kurz nach 7 Uhr den Elterntaxi-Betrieb. Da der hintere schulnahe Parkplatz als Einbahnstraße angelegt ist, führt die Abfahrt über den „Womo“-Stellplatz und die Eltern haben es nach Abliefern der Kinder offensichtlich eilig. Noch ein Hinweis: Die Tankstelle in der Nähe des Stellplatzes hatte gestern Abend übrigens im Umkreis die günstigsten Preise. Bei ihr gibt es auch Info-Broschüren zu Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in der Region (z.B. Fahrradtouren).

Apropos Ferien: In Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland gehen sie kommendes Wochenende zu Ende und in Hamburg am darauf folgenden Mittwoch – mal sehen, wie dies am Freitag die Rückfahrt von Schleswig-Holstein nach Oldenburg und am Sonntag nach Düsseldorf beeinflusst. Am Montag sieht man mich dann dort auf dem Caravan Salon um den Markt der Zusatzausstattungen zu erkunden. Vor allem eine akustische Ein- und Aus-Parkhilfe ergänzend zur Rückfahrkamera steht da an vorderster Stelle.

Apropos Womo-Ausstattungs-Tipp: Den Tempomat möchte ich nicht missen. Gerade bei der mit dem Womo eher weniger dynamischen Fahrweise trägt er entscheidend zum entspannten Fahren bei.

Übrigens: Der Verbrauch meines Kastenwagens (150 PS) lag für die Autobahnanfahrt (Tempo soweit möglich 125) zzgl. gestrige lokale Fahrten bei 10,66 l/100km. Der günstigste Wert bei einer reinen Überlandtour lag bei 10,09.

Tag 2 Mittwoch 24.08.2016 – Stade / Itzehoe / Büdelsdorf

Die morgendliche Fahrt nach Stade war sehr entspannt, zumal über weite Strecken hier im Norden das Tempo über Land auf 70 km gedrosselt ist, trotz oder gerade wegen zahlreicher (Birken)Alleen.

Meine erste Ausstellungsstation und wesentlicher Anlass (neben Düsseldorf), weshalb ich gleich eine zweite Nordlandtour unternommen habe, ist das

Kunsthaus Stade
www.museen-stade.de
nur noch bis 28. August 2016
Theodore Strawinsky
Hierbei handelt es sich um den Sohn vom Komponisten Igor Strawinsky und seine erste Retrospektive in Deutschland. Überwiegend ein mich sehr ansprechendes Werk, stellenweise an Felix Vallatton erinnernd, jedoch durchaus mit einer eigenen Note. Zu meiner großen Enttäuschung ist der Katalog leider schon vergriffen. Jetzt kann ihn nur der Zufall noch in meine Hände spielen, z.B. wenn in einem anderen Museumsshop zufällig noch ein Exemplar rumliegt. Dies war übrigens gestern der Fall. Ein Heinrich-Vogeler-Katalog aus 2012 war bei den beiden Vogeler-Häusern vergriffen (auch bei Frölich & Kaufmann), in einem anderen Museum habe ich evtl. das letzte Exemplar erworben.

Die Eintrittskarte für das Kunsthaus gilt am selben Tag übrigens auch für den Schwedenspeicher (Ur- und Frühgeschichte / Hansezeit und Stadtgeschichte) ca. 200m weiter und das Freilichtmuseum auf der anderen Seite der Altstadthalbinsel (ca. 15 Minuten Fußweg). Das Auto stellt man am besten im Kaufland-Parkhaus P2 ab (alternativ  und ggf. auch für Wohnmobile geeignet wären P4 Georg-Bastion oder P1 Am Stadthafen). Ich hab glücklicherweise einen der raren Straßenparkplätze im dem Kaufland gegenüber liegenden Wohngebiet gefunden.

Da fällt mir ein, dass ich zu gestern noch nachtragen wollte, dass es bei allen gestrigen Tourstationen direkt bei den Museen Parkplätze gab, lediglich beim Overbeck-Museum Bremen habe ich glücklicherweise einen der ca. 8 öffentlichen Parkplätze ergattert und dabei in Kauf genommen, dass mein 6m-Fahrzeug haarscharf bis zur Fahrbahnkante ragte und hinten das Grünzeug an der Hauswand touchierte.

Das Kunsthaus Stade liegt am Rande einer sehenswerten Altstadt. Stade hatte das Glück, dass es von Kriegsfolgen verschont geblieben ist und in den 50/60igern das Geld knapp war und somit keine Neubauten in den alten Bestand gebaut wurden. Dieser war aber offensichtlich schon etwas ramponiert, aber in den 70igern hat man sich auf die Renovierung der Altstadt besonnen und dies sehr anheimelig umgesetzt. Als Ausgleich zu gestern und als Belohnung fürs Sight Seeing habe ich mir dann auch ein Eis gegönnt, welches allerdings angesichts der Hitze etwas mehr Kälte vertragen hätte – ich musste mich sehr beeilen, dass die zwei Kugeln nicht von der Waffel flossen. Lecker war’s aber.

Nächste Station sollte Itzehoe auf der anderen Elbe-Seite sein. Navi und Google waren sich uneins. Das Navi wollte mich elbabwärts schicken, um dann mit der Fähre die Elbe zu überqueren, Google hingegen hat neben dieser Option die etwa 40km längere Fahrt über Hamburg favorisiert. Zeitliche Prognosen nahezu übereinstimmend. Aufgrund Fährtakt und -preis habe ich mich für Hamburg entschieden. Und hier jetzt ein dickes Lob für mein GARMIN CAMPER NAVI. Wohl aufgrund eines massiven Staus auf der Autobahn hinter Buxtehude hat es mich eine Umleitungsstrecke übers Land geschickt, was erstens dazu geführt hat, dass ich völlig staufrei in Itzehoe angekommen bin und außerdem zur vorberechneten Zeit. Überhaupt habe ich die Erfahrung gemacht, dass Navi und ich bzgl. Fahrverhalten offensichtlich gut übereinstimmen, da meistens eine zeitliche Punktlandung möglich ist, sofern keine unvorhergesehene Verkehrsstörung dazwischen kommt. Auch die Berücksichtigung der Fahrzeugdaten hat bisher gut geklappt, wenn die Strecke relativ knapp an meine vorgegebenen Grenzwerte herankommt, erfolgt ein beruhigender Hinweis. Perfekt klappt das Zusammenspiel mit der GARMIN Smartphone-App, die nicht nur alle Kontaktdaten als Freisprech- und Routendaten bereitstellt, sondern auch aktuelle Verkehrswarnungen.

Wenzel-Hablik-Museum Itzehoe
www.wenzel-hablik.de
noch bis 06. November 2016
Norddeutsche Landschaften in der Sammlung des NDR
Eine sehr ansprechende Sonderausstellung quer durch die Stile des 20. Jahrhunderts von Heckel bis Fussmann. Darüber hinaus als Dauerausstellung ein Einblick in das relativ kurze Lebenswerk des Universalkünstlers Wenzel Hablick in einer Mischung von Expressionismus und esoterischem Jugendstil-Werkbund (neben bildender Kunst kunsthandwerkliche Aktivitäten wie Möbel, Teppiche, Geschirr, Besteck, Wohnraumgestaltung). Insgesamt ein lohnenswerter Abstecher. Die Innenstadt von Itzehoe scheint mir allerdings erheblich von Kriegsfolgen geprägt. Wenig alte Bausubstanz, eine Mischung aus zeitgenössischen Backsteinbauten und üblicher Nachkriegszweckbauten.

Anschließend habe ich mich zur heutigen Endstation Büdelsdorf aufgemacht. Glücklicherweise hat die

NordArt Büdelsdorf, Kunstwerk Carlshütte
www.nordart.de
noch bis 09. Oktober 2016

bis 19 Uhr geöffnet, so dass mir für das angeblich 20.000 qm große Areal gute 3 Stunden bleiben. Die frühere riesige Produktionshalle der Carlshütte beherbergt vor allem die zweidimensionalen Werke, allerdings auch einige herausgehobene Skulturengruppen. Die überwiegende Zahl der Skulpturen steht jedoch im weitläufigen Park (einzelne verbleiben vermutlich auch dauerhaft dort). In einer weiteren kleinen Halle werden ebenfalls Gemälde und wenige Skulpturen präsentiert. Die NordArt ist ein jährlicher Kunst-Event mit ca. 200 Künstlern, wobei sie jährlich wechselnd ein oder mehrere Partnerländer mit Werkblöcken vorstellt. Dieses Jahr gibt es eine Sonderschau zu Israel sowie größere Werkblöcke zu China, Mongolei, Indien sowie dem osteuropäischen Raum. Dazwischen auch deutsche und andere EU-Länder sowie Amerika (Nord- und Süd). Eine überwältigende Schau mit vielem, was mich angesprochen hat. Aber auch die Füße lassen grüßen (siehe oben).

Zufrieden mit dem sonnigen und anregungsreichen Tag habe ich den nahe gelegenen kostenlosen Stellplatz angepeilt:

Stellplatz am Freibad Büdelsdorf (bei Rendsburg, 24782), Hermann-Ehlers-Platz

Laut Stellplatzinfo soll Platz für 5 Mobile sein, nach meiner Schätzung passen aber locker auch 7 drauf und auch sehr lange. Nebenan steht ein schwedischer Dethleffs mit Doppelachsen, geschätzt 9 Meter und nach vorne ist noch gut einen Meter Luft. Auch ein Niederländer leistet uns Gesellschaft. Ver- und Entsorgungseinrichtungen gibt es offensichtlich keine, Schatten nur sehr sparsam – aber die Sonne ist jetzt eh schon hinter dem angrenzenden Heck verschwunden. Ansonsten verspricht der Platz Nachtruhe, da in einem Villenwohngebiet liegend.

Sollte die direkte Anfahrt (rechts vor dem LIDL) wie aktuell wegen Baustelle in der unteren Zufahrtstraße nicht klappen, dann einfach die Hauptstraße ca. 800m weiterfahren und dann etwas im Zickzack nach unten und dann von rechts kommend zum Freibadparkplatz.

Das Naturerlebnisbad direkt oberhalb des Stellplatzes hat leider während der SH-Schulferien erst ab 11 Uhr bis 19.30 Uhr geöffnet (Kasse war aber kurz nach 19 Uhr schon geschlossen), ansonsten sogar wochentags erst ab 14 Uhr, lediglich Sa/So immer ab 11. So wird es also morgen in der Früh genauso wenig etwas mit einer Runde Planschen wie jetzt nach Ankunft. Dabei habe ich mir Montag extra noch eine Badehose zugelegt, ergänzend zu den vorhandenen Badeshorts.

 

Beste Grüße für heute

Atze

 

 

Anmerkungen zu älteren Womo-Berichten