NetherlandsTour Frühjahr 2018 # 7

Liebe Mitleserinnen und Mitleser,

wie bereits angedeutet fasste ich für heute bereits ins Auge, den Besuch in Rotterdam evtl. nur auf die beiden anvisierten Kunststätten im Museumspark zu konzentrieren und im Gegenzug schon am Nachmittag Richtung Utrecht aufzubrechen, so ggf. den frühen Sonntagvormittag zur kleinen Erkundung der Kernstadt zu nutzen. Entsprechend habe ich mir im Umland geeignete Stellplätze ausgesucht, deren es einige kostenlose gibt, natürlich ohne Service.

Tag 8 Samstag 21. April 2018 – NetherlandsTour
Rotterdam / Delft / Harmelen

Der Trip nach Rotterdam lief unkompliziert und brachte mich mittels 10minütiger Intercityfahrt zum Centraal und Umstieg auf die Tram direkt zum Museumspark (von der ov-chipkaart wurden von der Bahn für die einfache Fahrt etwas mehr wie 3 € abgebucht, die Tram kostete dann noch etwas über 1 € – da kann man nicht meckern). Da bereits ab 10 Uhr geöffnet steuerte ich erst die am gegenüberliegenden Ende des Kunstparks liegende Kunsthal Rotterdam an, die parallel mehrere Ausstellungen zeigt, zwei davon fand ich besonders faszinierend (siehe Ausstellungshinweis). Wer naturwissenschaftlich interessiert ist, kann das danebenliegende Museum besuchen.

Kurz vor Mittag wechselte ich in das gegenüber der Tramhaltestelle liegende Museum Boijmans van Beuningen Rotterdam, die im Gegensatz zur Kunsthal über eine reiche Sammlung der Kunstgeschichte vom Mittelalter bis zur heutigen Moderne verfügt. Zwar werden auch Sonderausstellungen präsentiert, diese dienen aber primär der Sammlungspräsentation unter bestimmten Aspekten oder in Gegenüberstellung mit aktuellen Kunsttendenzen. Die umfangreiche Sammlung ist sehr sehenswert.

Während ich nach der Kunsthal mir die Option noch offen ließ, ob ich noch zum alten Hafen wechseln sollte, um wenigstens die berühmte Markthalle und die Kubushäuser zu besichtigen, signalisierten mir meine Beine und mein Kopf nach dem Boijmans, dass dazu keine Lust mehr bestand, zumal aus unerfindlichen Gründen der rechte Knöchel plötzlich schmerzte. Also doch schnurstracks zurück nach Delft, wo ich eine halbe Stunde später eintraf um dann noch vor dem Bahnhof das einzige Tulpenfeld abzulichten, das ich bisher in den Niederlanden gesehen habe.

Kleine Stärkung an der Eisdiele bei der Oude Kerk. Beim Womo angekommen wurde mein Entschluss, vorzeitig aufzubrechen noch dadurch unterstützt, weil gerade zwei Parkwächter dabei waren, sich meine Nummer aufzuschreiben. Nach einem knappen freundlichen Gespräch und dem Hinweis, dass hier kein Camping wie entsprechend bei zwei anderen Womos zulässig sei, sondern nur kostenloses Parkieren, quittierte ich das mit dem Hinweis, dass ich sowieso gerade den Aufbruch nach Utrecht vorgehabt habe. Sie ließen es dann auf sich bewenden und widmeten sich dem Womo, welches schon bei meiner Ankunft dort gestanden hat und die auch Campingverhalten (Markise und Campinggarnitur) an den Tag gelegt haben. Man nennt das wohl Vergrämen der Womos und es folgt hoffentlich nichts nach.

Nach einer stressfreien Autobahnfahrt stehe ich nun auf dem kostenlosen Parkplatz H20, De Uithof 1, Harmelen (N 52°5‘0.67“ O 4°57‘41“ / 52.083607, 4.961113). Bei der Anfahrt schwächelte das Navi, weil es mich in einen nicht (mehr) vorhandenen Weg (nur noch Radweg) wenden lassen wollte. Ich bin dann einfach das Ziel auf dem Navi im Blick durch den Ort gefahren und problemlos angekommen. Auf dem Parkplatz ohne Ausstattung sind 3 Plätze für Womos reserviert und man darf diese maximal 3 Nächte nutzen. Ausweichplätze sind aber auf dem gekiesten und nicht parzellierten Parkplatz notfalls vorhanden.

Da ich mich entschlossen hatte, Rotterdam nicht mit dem Auto anzufahren, fiel nun auch ein weiteres Ziel flach, nämlich die als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannten Windmühlen von Kinderdijk östlich von Rotterdam, die historisch der Entwässerung und dadurch Landgewinnung dienten. Das bleibt dann ggf. einem Rotterdam-Besuch vorbehalten, bei dem die Kunst nicht mehr an erster Stelle steht und Kräfte und Fußsohlen bindet.

An dieser Stelle eine Anmerkung zu meiner zeitlichen Tourplanung. Ich habe sie so gelegt, dass ich einerseits möglichst viele mich interessierende Sonderausstellungen neben den durchgehend vorhandenen Sammlungen zu Gesicht bekomme und hatte die Hoffnung, dabei auch ein blühendes Holland zu erleben. Letzteres ja mit dem bekannten bisherigen Misserfolg. Mit dem Kunsterlebnis bin ich aber mehr als zufrieden und es ist ja erst Halbzeit herum. Eine Deadline ist jedoch der 27. April. Den wollte ich den Niederländern gerne allein überlassen, denn da steppt allenthalben der Bär. So gut wie in jedem Ort wird dann der Königstag gefeiert, der Nationalfeiertag seit Königin Wilhelmina. Eigentlicher Anlass ist der Geburtstag, aber diese Tradition hat Königin Beatrix seinerzeit gebrochen, weil ihr Geburtstag am 31. Januar für Festivitäten im Freien nicht das geeignete Wetter bot. Mit Willem-Alexander ist der Königstag wieder auf seinen Geburtstag zurückgekehrt, wobei er vorverlegt wird, sollte er wie 2014 auf einen Sonntag fallen. Üblicherweise besucht das Königshaus an dem Tag ein oder zwei Gemeinden, 2009 kam es dabei in Apeldoorn leider zu einem PKW-Anschlag.

Soll man den hiesigen Wetterprognosen glauben, könnte es mit dem schönen Wetter nun zu Ende gehen. Wäre schade, auch wenn es ja nicht unbedingt die Hitze der letzten Tage sein müsste. Vorbote war evtl. die vergangene Nacht, da es da im Gegensatz zu den Vortagen schon früh merklich abkühlte und ich sogar die Heizung wieder anwerfen musste.

Sollte sich der Wetterumschwung bewahrheiten, müsste ich ggf. meine Tour umplanen, denn von Sonntag bis Dienstag war eigentlich der Aufenthalt in der Natur primärer Bestandteil. Aber man ist ja flexibel.

Soviel für heute

Euer Atze