Museumspass-Tour Herbst 2016 # 5

Museumspass-Tour Herbst 2016 # 5

 

Hallo Mitleserinnen und Mitleser,

gestern vergaß ich zu erwähnen, dass es auch zur Dix-Ausstellung einen sehr opulenten Katalog gibt.

Für den heutigen Tag habe ich mir schwerpunktmäßig Basel vorgenommen. Da weder die Fondation Beyeler über einen Parkplatz verfügt und das Areal um das Kunstmuseum neuerdings verkehrsberuhigt sein soll, war die Idee, das ich in der Nähe der Tram 6 Endhaltestelle Riehen Grenze einen Straßenparkplatz suche und dann mittels Tagesticket und Tram 6 und 2 (ab BadBHF) die Ziele aufsuche (Tagesticket 9,40 CHF). Da diese Idee vermutlich auch etliche Pendler haben, hieß es zeitiges Aufstehen und Anfahren, Frühstücken wurde auf die Wartezeit bis zur Öffnung von Beyeler verschoben. Leichter gedacht als getan. Zunächst verfranste ich mich bzw. mein Navi sich in Grenznähe in einer Baustelle und für Ortsunkundige nichtssagenden Alternativbeschilderung (statt sinnstiftender Grafik die Angabe von abgekürzten Straßennamen), dann musste ich feststellen, dass die Zahl der ausgewiesenen Parkzonen sehr niedrig ist und andere schneller waren (oder Anwohner). Trotzdem ergatterte ich auf der Anhöhe über der Tramstation noch eine blau markierte Parkzone, was allerdings die offizielle Parkzeit laut Swiss-Info auf eine Stunde plus die angefangene halbe beschränkt. Da mir weiteres Suchen sinnlos schien, ging ich das Risiko ein in der Hoffnung, dass diese abgelegene Straße nicht kontrolliert wird.

Wer mir hier für zukünftige Besuche mit dem Womo einen besseren Standplatz empfehlen kann, wäre herzlich bedankt.

Tag 6 Freitag 28.10.2016 – Museumspass-Tour
Basel-Riehen / Basel / Albbruck/Buch

Fondation Beyeler Basel-Riehen       
Baselstraße 101
Kandinsky, Marc und der Blaue Reiter (bis 22.01.2017)
Wer den Blauen Reiter liebt, sollte sich diese Ausstellung nicht entgehen lassen. Beyeler hat für diese Ausstellung viele bekannte Bilder aus aller Welt zusammengeholt. Selten wird man diese rund 80 Werke so wieder versammelt sehen. Bin ich froh, dass ich die Tour gestern nicht abbrechen musste. Den schön gemachten Katalog bekommt man für schlappe 58 EUR auch im deutschen Buchhandel, die Museumsausgabe kommt mit 62,50 CHF je nach aktuellem Wechselkurs auf einen ähnlichen Preis – letztendlich eine Frage des Schleppens und gleich Habens, ich habe mich für die bequemere Variante der Hauslieferung entschieden.
Roni Horn
(bis 01.01.2017)
Das Ausstellungsplakat hat leider mehr versprochen, als die Ausstellung dann bietet. Schneller Durchgang.
Tobias Rehberger. 24 Stops (wohl bis auf weiteres)
Hier handelt es sich um Landschaftsinstallationen, die ich mir verkniffen habe.
Aber an dieser Stelle schon ein Hinweis auf die Zukunft: vom 22.01.2017 bis 28.05.2017 läuft zum 20jährigen Jubiläum eine Ausstellung zu Claude Monet.

Kunstmuseum Basel       
Hauptbau, Alban-Graben 16
Bestechend gestochen. Das Unternehmen Hendrick Goltzius (nur noch bis 13.11.2016)
Die Kupferstiche zeigen einen wahren Meister als Stecher, aber auch als Verleger. Neben eigenen Arbeiten und der Umsetzung fremder Bildideen (ggf. Gemälde als Vorlagen) gelang es ihm mit der Gründung eines Verlages im Jahr 1582 weitere grandiose Kupferstecher seiner Zeit einzubeziehen.
Archäologie des Heils. Das Christusbild im 15. und 16. Jahrhundert (bis 08.01.2017)
Diese Ausstellung habe ich nicht gesehen, kann dazu also nichts kommentieren.
Cuno Amiet + Alexej von Jawlensky (Slg. Obersteg) (bis 31.03.2017)
Diese Ausstellung stellt m.E. das eigentliche Highlight derzeit im Kunstmuseum dar, obwohl im Quartalsheft des Museums nicht erwähnt. Cuno Amiet zählt zu den bedeutendsten Künstlern der Schweiz im 20. Jahrhundert neben den Giacomettis (Alberto und sein Vater Giovanni), Ferdinand Hodler, Paul Klee, Giovanni Segantini. In seinen 93 Lebensjahren entwickelte sich sein Stil vom Symbolismus über Neoimpressionismus und Pointillismus bis hin zu einem farbenfreudigen Expressionismus. Sein Rang wird deutlich, wenn man weiß, dass er 1931 mit 51 Werken an der großen Weltausstellung im Münchner Glaspalast teilgenommen hat (leider gingen alle Werke beim legendären Brand des Glaspalastes verloren, was ihn dazu veranlasste, Zweitfassungen herzustellen, da zahlreiche Werke private und öffentliche Leihgaben waren). Amiet war sowohl mit den Brücke-Künstlern wie mit den Blauen Reitern eng verbunden und häufig bei deren Ausstellungen mit Werken vertreten. Leider ist die Ausstellung mit zwei zwar großen Räumen übersichtlicher als ich mir es gewünscht hätte, zumal er sich einen Raum mit Jawlensky teilen muss – ebenfalls ein sehenswerter knapper Überblick des Lebenswerks von der Zeit des Blauen Reiters bis zu seinen medidativen Köpfen, auf abstrakte Grundformen reduzierte Gesichter.

Kunstmuseum Basel        
Neubau, Alban-Graben 20
Der figurative Pollock (bis 22.01.2017)
Die Schau zeigt das Frühwerk, in dem Pollock um einen Ausdruck zwischen Figuration und abstrakter Bildsprache kämpfte. Überwiegend hat mich diese Schaffensphase nicht besonders angesprochen, interessant ist trotzdem der allmähliche experimentelle Übergang zu seinen Drippings, die untrennbar mit seinem Namen verbunden sind.

Cartoonmuseum Basel       
St. Alban-Vorstadt 28
Aline Kominsky-Crumb + Robert Crumb. Drwan Together (nur noch bis 13.11.2016)
Das Leben bietet manchmal ironische Zufälle: Als Aline Kominsky ihren späteren Mann Robert Crumb kennenlernte, hatte dieser bereits neben Fritz the Cat mit „Honey Bunch Kaminski“ und „Dale Steinberger“ zwei weibliche Comichelden erschaffen, die ihr sowohl namentlich wie vom Aussehen her sehr nahe kamen. Sie begann zu diesem Zeitpunkt, sich ebenfalls als feministische Cartoonistin einen Namen zu machen und hatte in der Folge in der Szene erheblichen Rechtfertigungsdruck, dass sie ausgerechnet mit Crumb liiert war, der aufgrund des publizierten Frauenbildes als Paradefeind des Feminismus galt – zumindest bei denen, die mit seiner Ironie und seinem Sarkasmus nichts anfangen konnten. Folgerichtig entwickelten beide mit der Comicreihe „Aline & Bob“ eine Selbstdarstellung in Alltagsgeschichten ihres Ehe- und Familienlebens – Bob gezeichnet von Crumb, Aline von ihr.
Leider ist es den Crumbs-Comics oft eigen, dass viel Text zu lesen ist und mein rudimentäres Englisch erschließt den Wortwitz meist auch nicht. Schön wäre es gewesen, wenn entweder nebendran Übersetzungen oder gleich die deutsche Ausgabe präsentiert worden wäre, die Anfang der 2000er bei Zweitauseneins veröffentlicht wurde.

Mein Womo war in seiner blauen Zone unangetastet und zwischenzeitlich (kurz vor 15 Uhr) gab es erhebliche Lücken. Beim Weiterfahren bin ich weiter vorne übrigens auf weiße Zonen gestoßen, habe aber noch nicht ermittelt, was deren Bedeutung ist.

Eigentlich war das

Vitra Design Museum Weil am Rhein     
Charles-Eames-Str. 2
Daueraustellung + Schaudepot

noch auf meinem Tourplan gestanden, aber einerseits der Füße wegen und andererseits, weil ich nicht erst bei Dunkelheit einen Stellplatz aufsuchen wollte, hab ich dieses Ziel auf andermal verschoben und den

Stellplatz Gasthof Engel Albbruck/Buch (Nähe Waldshut) angesteuert.
Alemannenstraße 16 (max. 4 Plätze)
N47°36’51“ E8°6’54“ (kostenlos)
Das erwartete Verzehrinteresse kommt mir entgegen, denn schon gestern hatte ich Gelüste auf ein gekochtes Abendessen, mir aber aufgrund der fortgeschrittenen Zeit und der Entfernung angemessener Lokale verkniffen. Das Essen war gut, das Eis zum Nachtisch vorzüglich.

Beste Grüße für heute

Atze

 

 

 

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