Museumspass-Tour Herbst 2016 # 2

Museumspass-Tour Herbst 2016 # 2

 

Hallo Mitleserinnen und Mitleser,

wer sich übrigens gewundert haben mag, dass ich am gestrigen Montag so viele Ausstellungen besuchen konnte, dem geht es wie mir bei der Vorbereitung. Verblüfft habe ich festgestellt, dass die meisten Museen in Frankreich – soweit sie einen Schließtag haben – den auf Dienstag gelegt haben. Lediglich die heutigen Ziele stellen eine Ausnahme dar und erlauben mir somit die unterbrechungsfreie Fortsetzung der Tour. Bei schönem Wetter wäre eine kunstferne Gestaltung des Tages durchaus auch attraktiv gewesen.

Die Hoffnung bezüglich des Wetters hat sich zumindest soweit erfüllt, als es im Laufe des frühen Morgens mit dem Regen aufhörte. Sonne wäre schön gewesen, aber man soll den Erwartungsbogen nicht überspannen.

Nach einem kurzen Zwischenstopp etwa 4 km vom Rhein entfernt hatte ich mobilen Empfang und konnte den ersten Bericht und die angestauten Mails versenden.

Tag 3 Dienstag 25.10.2016 – Museumspass-Tour
Erstein / Straßburg / Offenburg

Der erste Weg an diesem Tag führte mich nach Erstein südlich von Straßburg zum

Musee Würth France Erstein       
ZI Quest / rue Georges Besse (Besucherparkplatz hinterm Haus)
Krieg der Bilder – Bilder des Krieges (bis 18.01.2017)
Diese Ausstellung besteht eigentlich aus zweien. Der erste Teil wurde vom Getty Research Institute konzipiert und hier erstmals in Europa gezeigt. Sie vermittelt die bildnerische Seite der Propaganda des 1. Weltkriegs auf beiden Seiten auf der einen Seite, andererseits aber auch wie Künstler mit der anfänglichen Kriegseuphorie und später dann mit den Belastungen künstlerisch umgegangen sind sowie Werke derjenigen, die von Anfang an gegen die politische Zeitströmung aufrütteln wollten. Im zweiten Teil der Ausstellung, der von Straßburger Museen konzipiert wurde, wird primär Satire und Propaganda in der deutschen Darstellung aufgezeigt. Auch wenn es hundert Jahre her ist und sich medial vieles verändert hat, so sind die Vorgehensweisen und die Zerstörung an anderen Orten gespenstisch aktuell.

Nächste Station ist das einzige Straßburger Museum, welches Dienstag geöffnet hat, und das ist ein Glücksfall. Das Museum verfügt über keine eigenen Parkmöglichkeiten, aber in der näheren Umgebung bestehen gute Chancen auf einen Parkplatz am Straßenrand. PKW kann man auch in einem Parkhaus unterbringen.

MAMCS Musee d’Art Moderne et Contemporain Straßburg       
1, place Hans Jean Arp
Kunst ab 1870 (Dauerausstellung)
In diesem relativ jungen Museumsneubau hat die Stadt ihre üppige Sammlung der Klassischen Moderne und Gegenwart untergebracht. Ein Schwerpunkt bildet das Werk von Jean Arp und Sophie Taeuber-Arp, welche weitgehend auf einer Schenkung der Familie beruht. Kein Wunder also, dass auch der Platz, der von dem Gebäudekomplex eingeschlossen ist, nach Jean Arp benannt ist. Auch etliche Werke von Kandinsky nennt das Museum sein Eigen. Dazu gehören neben etlichen Bildwerken auch die Entwürfe zu einer Raumgestaltung „Salon de Musique“ fürs Bauhaus, welche in einem Raum nachgestaltet ist. Während die Meister des Impressionismus etwas spärlich vertreten sind, ist deren Nachfolge reichlich und mit ansehnlichen Werken präsent. Auch die Spielarten des Expressionismus und des Fauvismus sind neben dem Kubismus und Surrealismus gut vertreten. Sehenswert. Ein Saal ist mit Gustave Doré einem Sohn der Stadt (geb. 1832) gewidmet mit Schwerpunkt auf religiöse Bildnisse, darunter eine dominierende Leinwand in den Maßen 609 x 914 cm. Gewaltig, aber mein Fall ist das Bild nicht.
Das Auge des Sammlers – aus neun Privatsammlungen (zweigeteilt) (bis 26.03.2017)
Derzeit läuft der erste Teil, in dem fünf Privatsammlungen eine Auswahl präsentieren, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie reichen von einer exquisiten Grafiksammlung von Max Klinger bis zu Zeitgenossen, einer Fotosammlung zur inszenierten Darstellung a la Cindy Sherman bis zu Installationen. Vieles davon spricht mich nicht an, aber es hat für mich auch künstlerische Perlen darunter.

Als Abschluss des heutigen Ausstellungstages ist wieder ein Wechsel ans deutsche Rheinufer notwendig, nämlich in die

Städtische Galerie Offenburg (frei /  )
Amand-Goegg-Str. 2 / Kulturforum
Moritz Götze. Schwarz Rot Gold (bis 29.01.2017)
Der aus Halle an der Saale stammende Künstler bezeichnet sein Werk als Deutschen Pop und sein zeichnerischer Stil ist unverwechselbar. In dieser Ausstellung spielt er mit Anklängen an die Kunstgeschichte von Tischbeins Goethe in der Kampa, Lucas Cranach oder deutschen Revolutionsbilder der 48er Revolution.

Angedacht hatte ich noch einen Bummel durch den Stadtkern und etwas zum Verwöhnen in einem netten Café. Aus beidem wurde nichts. Einerseits war mir der Sinn mehr nach Relaxen und Ruhe, andererseits ist der Stadtkern nicht fußläufig erreichbar. Angesichts massiver Feierabendstaus war eine erneute Parkplatzsuche auch nicht einladend. In der Galerie erhielt ich einen Stadtplan und habe gesehen, dass der für die heutige Nacht anvisierte

Übernachtungsstellplatz beim Schwimmbad Offenburg
Stegermattstraße 22
N48°27’55.764” E7°56’44.304”

jedoch deutlicher näher beim Stadtkern liegt. Hoffnung keimte auf, die aber an Ort und Stelle verflog. Auf dreien der 4 Womostellplätze standen PKW neben einem Womo und im Übrigen handelte es sich um einen riesigen PKW-Parkplatz, der reichlich eng und gefüllt war. Kurzentschlossen steuerte ich den Übernachtungsplatz am Rhein von der vergangen Nacht an, nicht ohne vorher einen kurzen Zwischenstopp einzulegen, um die Mails abzurufen.

Aus bekanntem Grund wird dieser Bericht daher erst am nächsten Morgen versandt.

 

Beste Grüße für heute

Atze

 

 

 

Anmerkungen zu älteren Womo-Berichten