Lüneburger Heide Tour Sommer 2018 # 5

Hallo Mitleserinnen und Mitleser,

bis auf einen Hund in der Nachbarschaft, der bis zur Dämmerung andauernd Laut gab, war es eine ruhige Nacht. Obwohl Sonntag, war jedoch am frühen Morgen schon erstaunlich viel los auf der Bundesstraße. Gut hörbar, aber mich hat es nicht gestört.

 

Tag 7 Sonntag 26.08.2018
Eschede  /  Celle  /  Wienhausen

Nach Tankentsorgung bin ich zeitig nach Celle aufgebrochen, weil ich die relativ frühe Stunde nutzen wollte, die Altstadt mit ihren zahlreichen Fachwerkhäusern (ca. 480) mit noch möglichst wenig Passanten zu erkunden. Besonders in den beiden Parallelstraßen Zöllnerstraße und Neue Straße steht eines neben dem anderen. Viele sind in den tragenden Querbalken mit Sinnsprüchen versehen oder Verzierungen. Meistens empfinde ich aber einen Stilbruch zwischen den Geschäftsfassaden im Erdgeschoss und den darüber liegenden Wohnbereichen. Aber was will man von einer Geschäftszone schon anderes erwarten als die bekannten Logos, Plakate und Fensterdekorationen.

Allgemein als schönstes Fachwerkhaus wird das Hoppenerhaus von 1532 angesehen, dem eine moderne Attraktion zur Seite gestellt wurde, nämlich sprechende Laternen. Hierbei handelt es sich um eine Gruppe als Gesprächskreis stilisierter Laternen, die miteinander über städtische Angelegenheiten plaudern, sofern sich Zuhörende dem Kreis nähern. Nett, aber die Dialoge hätte ich mir auch etwas pfiffiger vorstellen können.

Geparkt habe ich nicht wie empfohlen auf dem hinteren Schützenplatz, der vor allem auch für Womos und Busse empfohlen wird und kostenlos ist, sondern angesichts der frühen Stunde einen Parkplatz direkt an der Ringstraße (Mühlenstraße) um den Schlosspark gefunden, aufgrund der üblichen Sonntagsregelung ebenfalls kostenfrei.

Fotografenpech hatte ich  mit dem sehr schön anzusehenden Schloss, wenn nicht gerade ein Verpackungskünstler die Fassade zugehängt hätte (siehe Beitrag).

 

Nach knapp anderthalb Stunden wieder im Schlosspark steuerte ich gegenüberliegend das Doppelmuseum Bomann & Kunstmuseum an. Mehr dazu im gesonderten Beitrag.

Direkt hinter dem Museumskomplex steht die Stadtkirche St. Marien mit barocker Innenausstattung und Orgel sowie dem erst 1913 hinzugekommen Kirchturm. Hervorzuheben ist der schöne Altarraum und die Welfische Herzogsgruft.

Die Temperatur war ja deutlich gesunken und der Wetterfrosch hatte für die Mittagszeit im Raum Celle auch erhöhte Regenwahrscheinlichkeit angekündigt, dem wollte ich durch den frühen Start auch zuvorkommen. Wäre aber nicht nötig gewesen, denn es war bis in den frühen Nachmittag hinein zwar frisch, aber trocken.

Lauffaule können entweder für 3,50 € mit einer Mini-Bahn ab dem Schloss oder mit einer Kutschfahrt für 4 € ab Karstadt eine ca. 35-minütige Sightseeing-Tour durch die Kernstadt machen. Mir ist die Kutsche leider knapp vor der Nase weggefahren und hinterherlaufen oder warten wollte ich nicht, da zuvor selbst schon die besagte Runde per Pedes abgeschritten.

Celles ältestes Haus

Und ein Biergarten in der Altstadt

 

Stattdessen bin ich zum in geringer Entfernung liegenden Kloster Wienhausen aufgebrochen. Näheres im eigenen Beitrag.

Zum Besuch der Klosteranlage habe ich auf dem Parkplatz beim Sportgelände Wienhausen angrenzend ans Klosterareal geparkt, auf dem sich auch ein öffentliches Toilettenhäuschen befindet. Es schien mir auch für die Nacht geeignet.

Die Nacht brachte allerdings unliebsame Erfahrungen. Nicht was äußere Störungen anging, sondern Störungen des Womos selbst. Kurz vor Ende des „Tatorts“ meldete sich plötzlich die SAT-Schüssel ab und legte sich flach und war auch nicht mehr zum Leben zu erwecken. Beim Blick auf die Heizungsanzeige – da die Temperatur jetzt doch deutlich unter 20 Grad gefallen war – musste ich ein Ausrufezeichen in schwarzem Dreieck erkennen. Dieses angewählt ergab der Fehlercode, dass die Spannung der Wohnraumbatterie für den Brennerstart nicht mehr ausreicht. Jetzt erst konnte ich mir auch einen Reim daraus machen, warum der Kühlschrank immer nur kurz wiederholt einen Startversuch vernehmen ließ und dann wieder Ruhe eingekehrt ist. Das Kühlaggregat war mit der Stromzufuhr offensichtlich auch unzufrieden. Bei einem Blick auf die Batterieanzeige stellte ich auch einen Wert fest, der noch nie so tief war. Also alle Verbraucher einschließlich Kühlschrank abgeschaltet.

Mittels gesonderter LED-Lampe habe ich dann noch etwas Gelesen, als es dann aber auch dafür zu kühl wurde, mich ins warme Bett zurückgezogen. Glücklicherweise reichte der Strom offensichtlich noch für mein CPAP-Gerät, welches mir nächtens als Schlafapnoiker Luft in die Nase bläst. Gegen vier Uhr bin ich aufgewacht, weil sich kein Lüftchen mehr regte. Auch mein Schlafraum-LED gab keinen Schein her. Das Kontrollpanel hatte zum Schutz vor Tiefentladung der Batterie sich selbstständig und alle Stromabnehmer abgeschaltet, d.h. alle Steckdosen blind geschaltet inkl. Wasserpumpe (glücklicherweise führe ich wegen den Wintermonaten in der Toilette immer Wasserflaschen zum Spülen mit).

Schöne Bescherung, für die ich auch keine Erklärung finden konnte, denn eigentlich sollten zwei Wohnraumbatterien a 100 Ah sowie die Solaranlage auf dem Dach für ständige Stromverfügbarkeit sorgen.

An weiteren Schlaf war kaum noch zu denken, auch natürlich mangels CPAP.

Soviel für heute

Euer Atze