Lotte Laserstein. Von Angesicht zu Angesicht

bis 12.08.2019     

Lotte Laserstein.
Von Angesicht zu Angesicht

Berlinische Galerie. Museum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur Berlin

Lotte Laserstein hat das Schicksal ereilt, welches vielen Künstlerinnen und Künstlern widerfahren ist, die in der Weimarer Zeit ihren künstlerischen Durchbruch hatten: Sie geriet im Nachkriegsdeutschland aufgrund der Dominanz abstrakter Kunstrichtungen lange Zeit in Vergessenheit, da sie ihrem persönlichen Stil der Neuen Sachlichkeit treu geblieben ist. Hinzu kam, dass sie aufgrund teilweiser jüdischer Abstammung nach Schweden emigrieren musste und dort ihr weiteres hochbetagtes Leben (1898–1993) auch verblieb. Zwar wurde ihr Werk in den 80er wieder in internationalen Ausstellungen gezeigt, in Deutschland gelangte sie wohl erst 2003 durch eine Einzel-Ausstellung im Das Verborgene Museum Berlin wieder in den Fokus, mir selbst jedoch durch den Umstand, dass Lotte Lasersteins verschollen geglaubtes sehr eindringliches Gemälde „Im Gasthaus“ in einer Auktion aufgetaucht ist (und in unbekannten Privatbesitz entschwand).

Schön daher, dass das Städel Frankfurt (wo ich sie gesehen habe) den sehr gelungenen Versuch unternommen hat, mit dieser in Kooperation mit der Berlinischen Galerie konzipierten Ausstellung diese faszinierende Künstlerin wieder deutlicher in den Blickpunkt zu stellen. In Berlin soll es einige Erweiterungen geben. Also hin, wer Frankfurt verpasst hat oder sich nochmals den Genuss gönnen will.