KunstRundTour Herbst 2017

Hallo Mitleserinnen und Mitleser,

da ich gern in Ausstellungen von den ansprechenden Bildern und Begleittexten Fotos mit heimnehme (meist ggf. zusätzlich zum Katalog), versuche ich zukünftig bei den Ausstellungshinweisen per Kürzel zu vermerken, ob das Fotografieren erlaubt ist. (F) steht für Ja, (F*) steht für Ja mit irgendwelchen Spezifikationen (so ist es manchmal erlaubt oder toleriert, mit dem Smartphone zu fotografien, nicht jedoch mit Kameras – oder bestimmte Bilder sind davon ausgenommen und mit einer durchgestrichenen Kamera versehen wie z.B. bei Beyeler oder Kunstmuseum Basel – oder es ist nur in der Sammlung erlaubt, nicht aber in der Sonderausstellung wie z.B. im Lenbachhaus (s.u.) und manchmal in der Staatsgalerie Stuttgart oder man muss sich in eine Fotografierliste eintragen wie im Kulturspeicher Würzburg. (XF) steht für Fotografierverbot. Fehlt ein entsprechender Vermerk, ist das Fotografieren in der Ausstellung ungeklärt. Ergänzend nehme ich wie bisher das Kürzel MPM auf, wenn mit dem Museumspass (www.museumspass.com) freier Eintritt gewährt wird, (frei) steht, wenn generell freier Eintritt gewährt wird.

 

Tag 1 Freitag 03.11.2017 – KunstRundTour
Ulm / Wangen / Weingarten / Ravensburg

Auch diese ausgedehnte Kunsttour am verlängerten Wochenende steht ausschließlich unter dem Vorzeichen Kunst. Vormittags nutzte ich noch als Schwabe den freien Eintritt jeweils am ersten Freitag des Monats ins Museum Ulm (diese Regelung gilt neuerdings auch für die Kunsthalle Weishaupt Ulm (F*), wo ich im Oktober die aktuelle langandauernde Sammlungspräsentation genossen habe). Im Museum interessierte mich die Ausstellung Aus dem Bauch heraus – Kurt Deschler zum 100. Geburtstag, die Sonderausstellung zu Adolf Hölzel und seiner Wandmalerei in der Pauluskirche habe ich ebenfalls im Oktober bereits gesehen.

Nachmittäglicher Toureinstieg ist kurz vor Ausstellungsende in der Städt. Galerie Badstube Wangen www.galerie-wangen.de die Ausstellung Komischer geht’s nicht! Cartoons und Karikaturen von Burkh und Mario Lars. Besonders die Cartoons von Mario Lars belustigten mich.

Nach einem anschließenden Plausch bei einer alten Studienfreundin in Weingarten nahm ich an der abendlichen Eröffnung von Karl Schmidt-Rottluff. Das Rauschen der Farben im Kunstmuseum Ravensburg (F) / www.kunstmuseum-ravensburg.de. Für mich tatsächlich eine berauschende Ausstellung mit wirklich farbgewaltigen Bildern. Die Ausstellung nimmt den kompletten ersten und zweiten Stock ein und ist für mich ein Highlight.

Anschließend machte ich mich noch einmal auf den langen Weg nach München. Obwohl schon mittlerer Abend bescherten mir die Autobahnbaustellen bei Memmingen und Landsberg jeweils ca. 4-5 km lange Staus und insgesamt eine fast einstündige Verzögerung. Ich übernachtete an gleicher Stelle wie letzten Samstag (Maria-Theresia-Str. 34 / 48°08’46.2″N 11°35’59.8″E / 48.146168, 11.599954), um dann am frühen Morgen auf eine Straßenparkplatz direkt beim Lenbachhaus zu wechseln.

 

Tag 2 Samstag 04.11.2017 – KunstRundTour
München / Dachau / Schwäbisch Hall

Leider startete diese Ausstellung erst am vergangenen Dienstag, so dass ich die große Jubiläumsausstellung zu Gabriele Münter (XF) im unterirdischen Kunstbau als Ergänzung zur kleinen Präsentation in Murnau erst mit einwöchiger Verzögerung in der Städt. Galerie Lenbachhaus München (F) / www.lenbachhaus.de  besuchen konnte. Aber es hat sich gelohnt, hierfür nochmals nach München zu fahren. Zwar sind ihre besonders starken Landschafts- und Ortschaftsbilder nicht üppig ausgebreitet, stattdessen wird ein sehenswerter Einblick ins Gesamtwerk von den Anfängen um 1900 bis zu ihrem Tod gezeigt. Die Ausstellung zeigt auch auf, dass das hinlänglich bekannte Bild von der Künstlerin mit der Begrenzung auf die Lebenszeit mit Kandinsky verfälscht ist. Sehenswert. Weitere Bilder von Münter sind zusammen mit den anderen Blauen Reitern im Haupthaus zu sehen, ein Abstecher, der sich lohnt. Der Eintritt in die Sonderschau wird übrigens zeitlich reglementiert, d.h. man muss sich an ein Einlassfenster von einer Viertelstunde halten, der Aufenthalt in der Ausstellung ist zeitlich dann nicht befristet. Wer das Ticket ggf. Online bestellt, ist also gut beraten, ein sicheres Zeitfenster zu wählen und die evtl. Wartezeit im Haupthaus oder im Café zu verbringen.

Der nochmalige Abstecher nach München bot sich jetzt umso mehr an, als ich in Dachau meinem Interessensschwerpunkt Künstlerkolonien mit der am Freitag eröffneten Ausstellungen Önningeby. Eine finnische Künstlerkolonie (XF) in der Gemäldegalerie Dachau und Finnische Künstler und ihre Landschaft in der  Neuen Galerie Dachau / www.dachauer-galerien-museen.de einen weiteren Baustein hinzufügen konnte. In beiden Ausstellungen traf ich auf ansprechende Bilder, jedoch nichts, was nachdrücklichen Eindruck hinterließ.

Nun schloss sich ein weiter aber stressfreier Ritt nach Schwäbisch Hall an, um in der Kunsthalle Würth (XF) / www.kunsthalle-wuerth.de anzuschauen, was sich unter dem Titel Verborgene Schätze aus Wien. Die Kunstsammlungen der Akademie der bildenden Künste Wien zu Gast so ausbreitet, zumal ich die dortige Sammlung noch am alten Akademie-Standort vergangenen Herbst in Augenschein genommen hatte (ab 8. November 2017 ist die Akademie-Sammlung am neuen Ort im Theatermuseum Wien, Lobkowitzplatz 2, 1. Stock, zu sehen – www.akademiegalerie.at). Wie ich vermutet hatte, zeigt die Ausstellung nur wenige der aus der Akademieausstellung bekannten Highlights, die sind weitgehend alle in Wien verblieben. Nur einem Botticelli/Werkstatt und einem Rubens sowie einigen Grafiken von Dürer, Rembrandt & Co. wurde der Ausflug gestattet, ergänzt durch weitere durchaus sehenswerten Werken aus 325 Jahren Sammlungs- und Akademiegeschichte (darunter neben weiteren Rubenswerken etliche bekannte Namen der italienischen, niederländischen und vor allem österreichischen Kunst ab der Barockzeit bis ins 19. Jahrhundert, ergänzt durch einzelne Werke des 20. Jahrhunderts (darunter einige aus der Sammlung Würth selbst).

Fürs Nachquartier wechselte ich nach Langenbrettach (OT Langenbeutingen), Schwabacher Str. 24 (an der Talhalle in der Seitenstraße am Binsachbach seitlich Tennisplatz / Sportplatz) (49°12’44.0″N 9°24’28.0″E / 49.212215, 9.407780). Bei meiner Ankunft gegen halbsieben waren die ausgeschilderten kostenfreien Womo-Stellplätze allerdings aufgrund des laufenden Fußballspiels komplett mit PKW zugeparkt. Ich zog mich daher auf den Ruhe versprechenden Parkplatz des Freibads auf der anderen Seite der Talhalle zurück. Doch mit Ruhe wurde es nichts, da am späteren Abend bis in die tiefe Nacht hinein aus dem Gelände des Freibads (evtl. aus dem dortigen Bauwerk oder doch aus der Talhalle) das relativ laute rhythmische Wummern nicht ohrenfreundlicher Musik erklang, außerdem auf dem angrenzend Parkplatzgelände angeregte Jugendunterhaltung abging. Da half nur eigene Beschallung und so gegen zwei war dann endlich Ruhe. Vorübergehend hatte ich auch mit einem Platzwechsel geliebäugelt, dies aber in der Hoffnung auf Mitternachtsruhe leider verworfen.

 

Tag 3 Sonntag 29.10.2017 – BayernTour
Neuenstadt am Kocher / Bad Mergentheim / Würzburg

Neugierig war ich auf die Ausstellung Trompe-l’oeil / Realite im Museum im Schafstall Neuenstadt am Kocher (XF) / www.museum-im-schafstall.de. Zu Gast war eine französische Künstlergruppe, die sich der hyperrealistischen Trompe-l’oeil-Malerei verschrieben hat. Die technische Beherrschung war durchweg überzeugend, jedoch besteht bei einigen Künstlern auch die Gefahr, durch die ständige Wiederholung ähnlicher Bildsujets zu langweilen. Andere erzeugten durch unterschiedliche Themen bei gleichzeitig perfekter Beherrschung der bildnerischen Mittel faszinierende Werke.

Das Deutschordensmuseum Bad Mergentheim / www.deutschordensmuseum.de stimmt ungewollt in den heutigen Wetterumschwung mit der Ausstellung Endlich Schnee! Holzschnitte des Jugendstils (F) ein. Die überwiegend sehenswerten rund 120 Holzschnitte stammen aus der Münchner Sammlung Felix Häberle. Bedauerlich, dass es keinen Katalog zur Ausstellung oder Sammlung gibt.

Abschluss der Ausstellungsrundreise bildet das Museum im Kulturspeicher Würzburg (F*) / www.kulturspeicher.de mit der Präsentation Aufstand! Renaissance, Reformation, Revolte im Werk von Käthe Kollwitz. Diese anlässlich des 150. Geburtstagsjubiläums vom Kölner Kollwitz-Museum konzipierte Schau konzentriert sich auf den Grafikzyklus „Bauernkrieg“ und zeigt anhand von Vorstudien und Werkszuständen, wie Kollwitz zur endgültigen Fassung gefunden hat. Bezüge zu anderen Zyklen werden ebenfalls aufgezeigt. Eine spannende, wenn auch eher kunsthistorisch geprägte Schau.

Jetzt wird das Womo ganz auf Winterbetrieb umgestellt und wohl vorerst die Ausflüge spärlicher.

Beste Grüße für diesmal
Atze