Kochertaltour Sommer 2020

Kochertaltour Sommer 2020

 

Liebe Mitleserinnen und Mitleser,

dies ist seit 2018 die erste Tour, deren primäres Ziel nicht nur im Besuch von Ausstellungen, sondern auch touristischen Eindrücken dient. Schon während meiner krankheitsbedingten Auszeit in 2019 hatte ich mir vorgenommen, zwischen dem Nachholen der größeren Touren (Loiretal/Bretagne, Benelux und Dänemark) kleinere Touren in Deutschland zum intensiveren Kennenlernen der Regionen zu unternehmen und dabei insbesondere Flüsse als Leitschnur zu nehmen. Gedacht habe ich dabei natürlich zuallererst an bekanntere Flussziele wie Mosel, Rhein, Elbe. Corona hat nun bewirkt, dass die Auslandstouren auch 2020 nochmals verschoben werden und der zu erwartende inländische Camping-Hype insbesondere während der Sommersaison lässt mich momentan von den Mainstream-Regionen eher Abstand nehmen.

Der Kocher bot sich nun als erster Testlauf direkt an. Erstens ist er nicht weit von der Homebase entfernt, falls die Tour vorzeitig abgebrochen werden müsste (wofür es neben evtl. überlaufenen Orte und Stellplätze vor allem gesundheitliche Gründe geben könnte, denn seit meiner Deutschlandtour durch die Museen Ende Juni laboriere ich an einem instabilen und gelegentlich schmerzenden Knie), außerdem liegen einige Kunstausstellungen an seinem Verlauf.

(c) Google My Maps / Ziele: Arthur F. Vosseler

Die Vorbereitung der Tour erfolgte mittels Google My Maps, in das ich alle optionalen Ziele und Nebenziele eintrug. Google stellt hier kostenfrei ein brauchbares Werkzeug zur Verfügung, welches allerdings unvollkommen ist und daher mit einigen Tricks überlistet werden muss. Hierzu werde ich demnächst einen eigenen Beitrag zur Tourplanung veröffentlichen.

 

Dienstag 21. Juli 2020
Heidenheim an der Brenz / Aalen / Bad Friedrichshall / Neckarsulm

Auf dem Weg zum Kocher machte ich einen kurzen Zwischenstopp beim Kunstmuseum Heidenheim. Von dort steuerte ich Richtung Kocherquelle bei Oberkochen, ohne sie tatsächlich anfahren zu können, was nicht nur daran liegt, dass der Kocher sich aus mehreren Quellflüssen speist (Schwarzer Kocher, Weißer Kocher, Roter Kocher), die wohl nicht angefahren werden können. Zum Erwandern fehlte mir schlichtweg der Entdeckergeist. Stattdessen peilte ich Aalen an und nahm mir den schon seit Jahren immer wieder ins Auge gefasste Besuch des Limesmuseums vor. Mein geschichtliches Interesse ist zwar bei weitem nicht so ausgeprägt wie mein Kunstinteresse, aber die Gelegenheit wollte ich mir heute nicht entgehen lassen.

Eigentlich wollte ich bei der Gelegenheit auch der Altstadt von Aalen wieder mal einen Besuch abstatten (das letzte Mal ist auch schon mehr als 10 Jahre her), nachmittägliche Wärme und leichter Zeitverzug ließen mich aber entscheiden, dass ich Aalen bei meiner Rückkehr am letzten Tourtag in den Abendstunden einen Besuch abstatten will.

Stattdessen fuhr ich diagonal zur Mündung des Kochers in den Neckar bei Bad Friedrichshall. Da tut jetzt Erklärung not. Auf dem Ausstellungsplan stehen zwei Ausstellungen, die bzgl. der Öffnungszeiten nicht in den normalen Tourablauf von der Quelle zur Mündung passen. Die Ausstellung im Museum im Schafstall Neuenstadt am Kocher hat nämlich nur Mittwoch und Sonntag geöffnet, die Sommerausstellung KISS – Kunst im Schloss Untergröningen/Abtsgmünd hingegen nur am Samstag/Sonntag. In dem ich ab Mittwoch von der Mündung Richtung Quelle unterwegs bin, passen die Öffnungszeiten zum Tourablauf.

In der Nähe der Kochermündung (die ebenfalls von der Schleuse aus nur zu Fuß oder Rad erreichbar ist) liegt das Besucher-Salzbergwerk Bad Friedrichshall, welches corona-bedingt 2020 die Besichtigungen komplett eingestellt hat (im Gegensatz zum Besucherbergwerk Tiefer Stollen in Aalen-Wasseralfingen, das Besichtigungen eingeschränkt anbietet). So besuchte ich den Ortsteil Kochendorf mit dem Schloss Lehen und einigen baulichen Überbleibseln aus der Geschichte.

Da Bad Friedrichshall nicht mit Wohnmobilstellplätzen aufwarten kann, sondern nur den gefragten Sperrfechter Freizeitpark in einer Seenlandschaft an einer Kocherschleife, der gegenwärtig keine Tagesgäste aufnimmt, bin ich kostenfrei auf den Wohnmobilstellplatz am AQUAtoll Neckarsulm ausgewichen.

 

Mittwoch 22. Juli 2020
Neckarsulm / Neuenstadt am Kocher / Sindringen / Jagsthausen / Schöntal / Forchtenberg / Niedernhall / Künzelsau / Schloss Stetten / Kochertalbrücke / Schwäbisch Hall

Nach einer ruhigen Nacht startete ich frühzeitig nach Neuenstadt am Kocher, das ich bisher immer nur zu Ausstellungsbesuchen angefahren hatte, nun war die Zeit gegeben, mir auch mal einen Eindruck vom Ort zu verschaffen, bevor um 10 Uhr die Ausstellung öffnet. Dass ich vom Parkplatz Lindenplatz startete, war ein Glücksfall für kurze Wege. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite beeindruckt ein aus meiner Sicht namensgebendes historisches Denkmal als Alleinstellungsmerkmal für Platz und Stadt, die Lindenanlage. Zwar wurde die angeblich tausendjährige Linde 1945 zerstört, die von verzierten Steinsäulen getragene Stützkonstruktion ist aber immer noch von Ästen des jüngeren Baumbestandes überdeckt und bietet hier neben Schatten auch lauschige Erholungsplätzchen. Gleich angrenzend ist das Areal des Neuenstadter Schlosses (mit angrenzendem Amphitheater für die ansonsten jährlichen Freilichtspiele), der beherrschende Obere Torturm und dazwischen die Nikolauskirche. Am angrenzenden Marktplatz steht gegenüber dem Amts- und Forsthaus (um 1600) noch das historische Gebäude der Mörike-Apotheke (1801), ansonsten ist der historische Baubestand des Ortes  im April 1945 weitgehend den Kriegszerstörungen zum Opfer gefallen. Von der ehemaligen Stadtmauer sind beim Schöntaler Zehnthof kümmerliche Reste erhalten.

Apropos Mörike: Im Ortsteil Cleversulzbach wirkte er von 1834 bis 1843 als Pfarrer und auf dem dortigen Friedhof ist seine Mutter (und die von Friedrich Schiller) begraben. Zum Gedenken an den schwäbischen Dichter ist neben einem Mörike-Pfad mit 15 Stationen im Zusammenwirken mit dem Literaturarchiv Marbach ein Eduard-Mörike-Museum geschaffen worden, das allerdings nur sonntags (oder auf Vereinbarung) besichtigt werden kann.

Nach ressourcenschonender Besichtigung der Oberstadt wechselte ich über den Friedhof zum Ausstellungsbesuch im Museum im Schafstall.

Anschließend fuhr ich nach Sindringen weiter. Der Kocher fließt träge und idyllisch am Ort vorbei, im Ort selbst ist aus meiner Sicht nur das im Privatbesitz befindliche Schloss bedingt sehenswert, zumal die äußerlich schlichte und verschlossene Kirche die Fresken aus dem 14. Jahrhundert im Innern nicht zur Besichtigung freigab.

An dieser Stelle muss ich einen Einschub machen. Erst bei der Vorbereitung der Tour ist mir aufgefallen, wie nah der Kocher und die Jagst beieinander liegen, hier bei Sindringen ist die mäandernde Jagst gerade mal nur ungefähr einen Kilometer entfernt. So war mir der Gedanke gekommen, mal einen kleinen Schlenker nach Jagsthausen zur Götzenburg und dem nahegelegenen Kloster Schöntal zu machen, in dessen Ostflügel Götz von Berlichingen begraben liegt. Die Geschichte des Klosters reicht bis 1153 zurück, die beherrschende barocke Abteikirche und das palastartige Konventsgebäude wurden unter Abt Benedikt Knittel (1683-1732) erbaut. Eine Eigenheit des Abtes war, dass er an vielen Klostergebäuden gedichtete Verse mit Chronogrammen anbringen ließ, weshalb er oft fälschlicherweise mit den sogenannten Knittelversen namentlich in Verbindung gebracht wird, die schon seit dem 15. Jhdt. bekannt sind.

Nach kurzer Fahrt wechselte ich wieder nach dem schön am Talhang der Kocher gelegenen Forchtenberg. Hier wirkte Ende des 16. und Anfang des 17. Jhdt. die Künstlerfamilie Kern (u.a. Michael, Leonhard und Peter) und hinterließen als Bildhauer und Architekten ihre Spuren (Michaeliskirche, Würzburger Tor). Forchtenberg ist auch der Geburtsort von Sophie Scholl, deren Vater damals Bürgermeister war und wo heute eine Gedenkstätte an Hans und Sophie Scholl („Weiße Rose“) eingerichtet ist. Der Aufstieg zur Michaeliskirche und der Oberstadt ist so steil und die Gassen eng, dass ich mich nicht getraute, ganz hoch zu fahren und meine Kondition und mein Knie rieten mir davon ab, den Anstieg zu Fuß zu bewältigen. Die mittägliche Hitze tat ein Übriges.

So machte ich mich relativ bald wieder auf den Weg nach Niedernhall, welches sich angenehmerweise flacher am Ufer des Kochers erstreckt. Die Altstadt ist denkmalgeschützt und es ist unverkennbar, dass man es mit einer Weinbaugemeinde zu tun hat.

Eigentlich stand als nächster Ort Ingelfingen auf dem Plan, welches neben einer historischen Altstadt mit altem und neuem Schloss und Nikolauskirche vor allem das Muschelkalkmuseum Hagdorn sowie in den Weinbergen das Ingelfinger Fass mit Weinbaumuseum zu bieten hat. Aufgrund der etwas fortgeschrittenen Zeit entschied ich mich allerdings, jetzt den Besuch des im Juni eröffneten Museum Würth 2 in Künzelsau-Gaisbach einzuschieben (einen Besuch des Museum Würth (1) im 500m entfernten Verwaltungsgebäude unterließ ich aus konditionellen und zeitlichen Gründen, zumal sie mich auch künstlerisch nicht besonders lockte). Nach diesem lohnenswerten Schlenker stellte ich mein Womo auf dem kostenfreien hinteren Teil des Wertwiesenparkplatzes Künzelsau und schlenderte am Schloss Bartenau vorbei in die Altstadt und gönnte mir bei der Eisdiele beim Alten Rathaus ein herausragendes Eis. Dem fiel zeitlich auch ein Besuch des Würth Museums Hirschwirtscheuer zum Opfer, was sich angesichts der aktuellen Ausstellung vermutlich auch leicht verschmerzen ließ.

Nun wurde es aber langsam Zeit den heutigen Übernachtungsplatz auf dem Wohnmobilstellplatz Auwiese in Schwäbisch Hall anzusteuern. Sorgen um einen Platz machte ich mir nicht, da ich ggf. (und tatsächlich) auf den angrenzenden PKW-Platz ausweichen konnte. Auf dem Weg dorthin wollte ich unweit von Künzelsau noch das Schloss Stetten (Kocherstetten) anfahren. Dies hätte ich mir sparen können, denn vor Ort stellte ich fest, dass die weiträumige vorgelagerte Siedlung die Anlage eines Seniorenstifts ist und nicht befahren werden darf, außerdem auch der fußläufige Besuch der Schlossanlage in Corona-Zeiten trotz Mund-Nasen-Maske nicht willkommen ist.

Auf der Weiterfahrt entlang der Kocher unterquerte ich die legendäre Kochertalbrücke (A6), mit 185 Höhenmeter Deutschlands höchste Talbrücke, bis zur Ablösung durch das Viaduc de Millau (270m) im Jahr 2004 sogar weltweit.

Nach dem Tagespensum von rund 15.000 Schritten und vielen Stationen genoss ich einen entspannten Abend im Wohnmobil, sichtete die Fotos und erstellte die Ausstellungs- und Stellplatzhinweise und zog mich frühzeitiger als üblich in den Schlafbereich zurück.

Donnerstag 23. Juli 2020
Schwäbisch Hall / Gaildorf

Diesen Tag hatte ich mir für Schwäbisch Hall und teilweise als Erholungstag eingeplant. So ließ ich den Vormittag zunächst noch auf dem Stellplatz mit ergänzenden Berichten und Lektüre aufgelaufener Mails langsam angehen. Nachteil des Stellplatzes ist, dass er rund anderthalb Kilometer vom Stadtzentrum entfernt ist und die Anbindung durch den ÖNV suboptional (schlechter Takt, Laufstrecke wird nur um ca. 700m verkürzt). Also entschied ich mich angesichts angeschlagener Kondition, mir mittags einen Parkplatz oberhalb der Kunsthalle Würth zu suchen, was glücklicherweise am Hirschgraben auf Anhieb gelang (lieber wäre mir der innerstädtische Parkplatz P7 Im Haal direkt am Kocher gewesen, der aber aktuell wegen Marktständen gesperrt war). Nachteil meines Parkplatzes war, dass die Höchstparkdauer auf zwei Stunden begrenzt war, Vorteil ist seine Lage zur Kunsthalle und dass von dieser und dem darunter liegenden Parkhaus P3 Alte Brauerei ein Fahrstuhl den beträchtlichen Anstieg überwindet, was mir für den Rückweg hilfreich war, denn von der Kunsthalle nahm ich fußläufig den Abstieg zur Johanniterkirche, schlenderte von dort über die Henkersbrücke die Altstadt hoch zum Marktplatz und Freilichtbühne auf der großen Treppe vor St. Michael, von dort über die Obere Herrngasse zum Schiedgraben unterhalb des Neubausaals und stieg dort die Treppen zum Kocher hinunter. Über die Kocherinseln ging es am Hällisch-Fränkischen Museum vorbei nochmals in die untere Altstadt, wo ich mir mein tägliches Reise-Eis gegönnt habe. Anschließend wurde es aber Zeit, den Rückweg zum Womo anzutreten (der Fahrstuhl im P3 um auf den Platz vor der Kunsthalle und Sudhaus zu kommen, liegt etwas versteckt im Parkhaus, ist aber ausgeschildert).

Ursprünglich hatte ich die Absicht, eine zweite Nacht auf der Auwiese zu verbringen, angesichts der noch nicht allzu fortgeschrittenen Uhrzeit und da ich den Stellplatz sowieso bereits verlassen hatte, entschied ich mich, die Weiterreise mit einem kleinen Schlenker zur Großcomburg zu verbinden und dann den Wohnmobilstellplatz Gaildorf anzusteuern. Dies konnte ich dann rascher als beabsichtigt, da die Großcomburg wegen Corona gesperrt war (was leider erst am Eingang und nicht schon am Beginn des Zugangwegs plakatiert war).

 

Freitag 24. Juli 2020
Gaildorf / Schloss Hohenstadt (Abtsgmünd) / Schloss Fachsenfeld / Hüttlingen / Marienburg Niederalfingen Hüttlingen / Aalen

Aus unerfindlichen Gründen habe ich diese Nacht schlecht geschlafen. Am Platz lag es keinesfalls, denn die Nacht war sehr ruhig. Evtl. die aktuellen Temperaturen oder die körperlichen Strapazen, obwohl ich beim Liegen keine Schmerzen verspürte. Das Knie sträubte sich meist auch nur die ersten hundert Meter oder beim Treppen steigen. Nach dem Frühstück machte ich mich auf zum Alten Schloss und Altem Rathaus Gaildorf, kam glücklicherweise gegenüber dem Schloss auf dem Rückweg an einem Eiscafé vorbei mit sehr leckerem Eis und genoss dies abschließend im Schlosspark beim Neuen Schloss (und heutigem Rathaus). Dort kann man moderne Bausünden bewundern, denn nur wenige Meter vom Schloss entfernt wurden moderne Verwaltungs- und Schulgebäude hochgezogen, die sich auf dem Foto nur durch geschickte Wahl des Standpunktes kaschieren lassen.

Nun steuerte ich das Schloss Hohenstadt bei Abtsgmünd an, welches zwar laut Internetrecherche corona-bedingt geschlossen sein sollte, dass dies aber auch für den historischen Schlossgarten zutraf, war dann doch überraschend und enttäuschend und wenig nachvollziehbar, zumal der Zugang normalerweise über ein Drehkreuz gegen 2 € freigegeben wird. Das Schloss selbst ist in einem baulichen Zustand, dass Geld wohl dringlich nötig wäre. So blieb nur ein Blick in die geöffnete Kirche und das winzige Dorf.

Pech hatte ich auch mit meinem nächsten Ziel, dem Schloss Fachsenfeld. Da ich dort schon häufiger zu Ausstellungsbesuchen war und auch schon an einer Schlossführung teilgenommen hatte, interessierte mich nun primär der Schlosspark. Dieser war nämlich bisher ebenfalls nur im Zuge einer Parkführung oder bei Parkevents zugänglich. Nun wurden aber wegen Corona keine Führungen durchgeführt und der Park sollte neben Sa/so gegen Eintritt auch am Do/Fr von 9-16 Uhr zugänglich sein. Leider interpretierte ich die Angabe „Individuelle Zeiten nach Absprache (Reservierung erforderlich)“ falsch, denn die Reservierungspflicht gilt offensichtlich auch ohne Führung während der angegebenen normalen Öffnungszeit.

Also zog ich unverrichteter Dinge wieder ab und steuerte die Südwestgalerie Cyprian Brenner in Hüttlingen an. Obwohl auf der Homepage am Freitag angeblich ab 12 Uhr geöffnet ist, war man über meinen Besuch doch überrascht (eigentlich haben wir geschlossen), ließ mich allerdings die aktuelle kleine Ausstellung doch besichtigen. Eine Zweigstelle gibt es übrigens in der Langen Straße bei der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall, die allerdings laut Homepage tatsächlich nur Sa/So geöffnet hat. Die Ausstellungsräume sind aber von der Straße aus einsehbar.

Als weiteres Ziel in Hüttlingen steuerte ich zur Marienburg Niederalfingen hoch. Für die sehr steile Anfahrt (Einbahnstraße) schaltete ich die Bergoption zu und war froh, dass der Ducato nicht schlapp machte. Die Burg hat eine wechselvolle Geschichte. Die Ursprünge liegen in der Stauferzeit, durch die Fugger wurde sie dann zur heutigen Form (soweit noch erhalten) umgestaltet. Ab 1903 nutze die Jugendbewegung „Wandervogel“ die Räumlichkeiten. seit 1928 wird die Burg als Jugendburg vom katholischen Schülerbund Neudeutschland (ND) betrieben, lediglich unterbrochen von 1936-45 durch die Hitlerjugend (Verbot des ND) und kurzer Zwischennutzung durch ein Korps der „Französischen Freiwilligen“ nach Kriegsende. Außenburg und Burghof können trotz Corona besichtigt werden, die Räumlichkeiten sind nicht zugänglich.

Bei der Abfahrt von der Burg und einem kleinen Zwischenstopp meldete sich plötzlich eine Fehlermeldung des Ducato, dass der Stand der Bremsflüssigkeit zu niedrig sei. Ein Blick auf den Bremsflüssigkeitsbehälter hat dies zwar nicht bestätigt, die FIAT-Werkstatt in Aalen riet mir aber, die Bremsen baldmöglichst überprüfen zu lassen.

Eigentlich wollte ich auf der Rückfahrt ja den am Dienstag unterlassenen Besuch der Aalener Altstadt nachholen. Fitness und schweißtreibende Temperaturen motivierten mich allerdings nicht, stattdessen steuerte ich den Wohnmobilstellplatz am Freibad Hirschbach Aalen an. Nachdem ich mich dort am frühen Nachmittag häuslich eingerichtet hatte, kamen mir Zweifel, ob ich mein weiteres Besuchsprogramm wirklich abwickeln soll. Als nächstes Ziel stand am Samstag ab 14 Uhr die Ausstellung SweetNOTHINGSweet des Kunstvereins KISS (Kunst im Schloss) im Schloss Untergröningen Abtsgmünd an und dann noch eine Ausstellung im Museum Wasseralfingen. Samstagvormittag ist sicher auch kein idealer Zeitpunkt, um sich die Zeit mit einem Besuch der Aalener Altstadt zu vertreiben. Angesichts der langen Überbrückungszeit und vor allem der Hitze reifte daher der Entschluss, gleich die Heimreise anzutreten. Gedacht, getan und knapp anderthalb Stunden später stellte ich mein Womo vollgetankt an seinem gewohnten Parkplatz in der Zufahrtsstraße ab.

 

Beste Grüße für diesmal

Atze