Jakob Bräckle. Meine einfache Landschaft

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bis 22.04.2019     

Jakob Bräckle. 1897-1987
Meine einfache Landschaft

Museum Biberach

Jakob Bräckle ist im Oberschwäbischen ein über den Kreis der Kunstkenner hinaus bekannter Maler. Obwohl er sich zeitlebens mit relativ engem Radius mit seiner heimischer landwirtschaftlich geprägter Heimat um Winterreute bzw. Biberach beschäftigt hat, ist sein Werk unter Kunstkennern überregional bekannt geworden und hängt ihn etlichen namhaften Museen auch der großen Städte. Im Wesentlichen charakterisieren die Werkphasen sein langes Schaffen. Noch vor dem Kunststudium orientiert er sich an Realisten wie Jean-Francois Millet, dessen Gemälde er kopiert. Während des Stuttgarter Studiums übt Christian Landenberger starken Einfluss auf Motiv und Malweise aus. In den frühen Zwanzigern gelingt ihm eine Werkgruppe, die dem Magischen Realismus bzw. der Neuen Sachlichkeit zugeordnet werden können. Allerdings sind viele dieser Werke verschollen. Ende der Zwanziger bis Anfang der Fünfziger befasst er sich in einem expressiven Realismus primär mit der Landwirtschaft sowie der winterlichen Landschaft. Diesem Umstand hat er es sicher zu verdanken, dass er im Dritten Reich im Oberschwäbischen zu den am meisten ausgestellten Künstlern zählt. In der Zeit danach erfährt sein Werk einen stilistischen Wandel durch die Begegnung 1949 mit Werken von Kasimir Malewitsch aus dessen späteren Phase. Großflächige und konzentrierte Menschendarstellungen durch angeschnittene Bildkompositionen betonen das bäuerliche Handwerk. Kurz danach befasst er sich ab Anfang der fünfziger Jahre mit fernöstlichen Schriften, die den wesentlichsten Einfluss auf sein künstlerisches Werk ausüben und ihn zu dem Bräckle werden lassen, den ich besonders schätze. Abstrahierte Landschaften und Siedlungen lassen das Abbild noch erahnen, lösen sich jedoch weitgehend in der Anordnung von Farbflächen auf.

Ständig im Museum Biberach (vormals Braith-Mali-Museum) ist neben deren Ateliers auch das originale Atelier von Jakob Bräckle mit weiteren Werken und Arbeitsumgebung zu sehen.

Eine empfehlenswerte Ausstellung, die im Anschluss vom 05.05.-07.07.2019 in der Städtischen Galerie Böblingen zu sehen sein wird.