Gottfried Helnwein

bis 16.01.2022

Gottfried Helnwein.
Red Sleep

Kunstverein Ulm

Der in Wien geborene Künstler studierte u.a. in der Meisterklasse von Rudolf Hausner und sollte auf dessen Vorschlag sein Nachfolger an der Akademie der bildenden Künste Wien werden, was aber auf heftigen Widerstand traf. Dies traf auch von Anfang an auf sein hyper-realistisches Werk zu, das entweder auf große Begeisterung stieß oder vor allem wegen der Inhalte auf radikale Ablehnung. Helnweins Bilderwelt verbindet Bildwelten aus dem Film noir und Comic mit Gewaltphantasien an und von Menschen, besonders häufig mit und an Kindern. „Irgendwann habe ich aber eingesehen, dass Kunst doch die einzige Möglichkeit für mich war. Vielleicht ist es ein Defekt, aber von frühester Kindheit an sah ich immer Gewalt um mich herum und die Wirkung von Gewalt: Angst.“ Auch mit dem Nationalsozialismus und seine Fortführungen in der Nachkriegsgeschichte setzte sich Helnwein künstlerisch und mit Aktionen auseinander. Ab den 70ern tauchten insbesondere seine Bildkreationen und vor allem seine Porträts häufiger auf Titelseiten internationaler Magazine (u.a. Profil, Time, Vogue) und Plattencover (u.a. Scorpions) sowie Postern auf, was ihn bei einem breiten Publikum populär machte, jeweils aber auch heftige Ablehnungsreaktionen bei jenen verursachte, die sich von den kritischen Gewaltdarstellungen oder der Störung eigener Vorstellungswelten u.a. einer heilen Kindheit abgestoßen fühlten. Die kleine Ausstellung im Schuhhaussaal zeigt in exemplarischer Auswahl und der titelgebenden Serie einen Querschnitt durch Helnweins Bilderwelt. Empfehlenswert.

Eintritt frei