Fritz Koelle

bis 22.11.2020

Fritz Koelle

Grafisches Kabinett Augsburg (beim Schaezlerpalais)

Den 125. Geburtstag des Augsburger Bildhauers nehmen die Kunstsammlungen & Museen Augsburg zum Anlass, das ambivalente Lebenswerk des Künstlers in einer kleinen Personalausstellung wieder in die Öffentlichkeit zu rücken. Prägend waren für ihn die Arbeits- und Lebensverhältnisse der Kohle- und Stahlarbeiter des Saargebietes, zu denen er über seine aus dem Saarland stammende Frau und Malerin Elisabeth Karmann näheren Zugang fand. Stilistisch ist als Vorbild der belgische Bildhauer Constantin Meunier unverkennbar. 1933 wurde die Plastik eines verhärmten Arbeiters von den Nazis als ‚bolschewistische Kunst‘ diffamiert, in den Folgejahren hat Koelle seinen Figuren einen heroischen Ausdruck verliehen und wurde von der NSDAP hofiert, um deren Wohlwollen er sich auch aktiv bemühte. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges erfolgte eine erneute Kehrtwendung bis hin zum Eintritt in die KPD. Nun schuf er Werke, die stark vom Sozialistischen Realismus bestimmt waren, was ihm Professuren an den Kunsthochschulen in Dresden und Berlin-Weißensee eingebracht hat.

Eine sehr sehenswerte Ausstellung, die auch den kritischen Blick auf Leben und Werk nachvollziehbar macht.