Franz Radziwill

bis 23.08.2020

Franz Radziwill.
125 Werke zum 125. Geburtstag

Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg (Schloss)

Franz Radziwill ist wie Nolde eine schillernde Person mit einem eigenständigen, unverkennbaren Werk, politisch jedoch schwer einzuordnen. Nachdem er impressionistische, symbolistische, expressionistische Werkphasen durchlaufen hat, festigt sich bei ihm ein der Neuen Sachlichkeit verwandter Magischer Realismus, wie er auch in den nahen Niederlanden größere Verbreitung findet. Wie bei diesen ist auch Radziwill national gesinnt und daher den aufkommenden Nationalsozialisten zumindest anfangs wohlgesonnen, gleichzeitig ist er nicht blind gegenüber den Gefahren. Einerseits zwar offensichtlich fasziniert von technischen Entwicklungen (Flugzeug, U-Boot) löst dies bei ihm auch Warnungen vor den Folgen aus. Hier spielt sicher eine Rolle, dass beide Brüder im ersten Weltkrieg umgekommen sind. 1933 wurde er an die Hochschule berufen um einige Zeit später wieder entlassen zu werden, weil die Machthaber die Zwiespältigkeit des Werks erkannten. In der Oldenburger Ausstellung ist die Entwicklung des Werks sowie der Person hervorragend aufgearbeitet.

Ergänzend zeigt das Atelierhaus in Dangast  (Franz Radziwill Haus) eine weiter thematische Präsentation „Lichtspiele“.

Auch ein Besuch im Prinzenpalais (hinter dem sich kostenfreie Besucherparkplätze befinden) lohnt einen ausgiebigen Besuch, beherbergt er doch die Galerie Neue Meister (Kunst des 19./20./21. Jahrhunderts). Die Galerie Alte Meister (15.-18. Jahrhundert) ist im Augusteum untergebracht.