Erste Tour Romantische Straße # 3

Erste Tour Romantische Straße # 3

 

Donnerstag 26.05.2016

 

Hallo,

keine Panik, dass der nächste Tourbericht erst mit Verspätung kommt, es ist nichts anderes passiert als Erschöpfung.

Gestern habe ich am Rothenburger P2 noch Wasser getankt, allerdings nicht soviel wie gewollt, da der dortige Automat nur den Einwurf von 1 € (= ca. 100l, was mir zu viel war) oder 10-Cent-Münzen zuließ (= ca. 10l), ich davon aber nur 3 Stück hatte. Naja, zusammen mit der Vorfüllung, den 15l die ich Sicherheitshalber daheim dazu geleert hatte und den 15l im mitgenommen Kanister reicht bei Weitem – zumal ich erneut aufs Duschen verzichtet habe.

Von Rothenburg o.d.T. ging’s dann auf der Landstraße nach Feuchtwangen. Auf einem Parkplatz auf einer kleinen Anhöhe habe ich das Frühstück nachgeholt, denn auf dem P2 ist mir die vorausbezahlte Parkzeit durch Computertätigkeit (BPR und zweiter Tourbericht und Beratungsanfragen beantworten) weggelaufen (vom Nachmittag 16.20 h bis morgens 9.20 h habe ich 4€ gelöhnt). Feuchtwangen hat eine sehenswerte Altstadt und in der „Sommerzeit“ ein kulturell anspruchsvolles Theaterprogramm zu bieten und parallel im Fränkischen Museum eine Sonderausstellung. Diese ist dem Thema LebenWasserMensch gewidmet und bestückt sich aus der Sammlung Hierling (Kunsthalle Schweinfurt), welche übrigens in den 90igern bis 2005 im Kißlegger Schloss beheimatet war, denen allerdings die dauerhafte Sicherung nicht gelungen ist und somit Jahre später die Schweinfurter sichern konnten (da war sicher Geld und Bauchpinselei mit im Spiel oder eben nicht). Die Sammlung Hierling konzentriert sich auf Künstler der sogenannten „Verschollenen Generation“, d.h. diejenigen deutschen Künstler, die überwiegend erst in der Weimarer Republik künstlerisch begonnen und dann ein Markterfolg wegen Ausstellungsverbot, ggf. auch Malverbot, versagt geblieben ist und die – sofern überlebt – nach dem zweiten Weltkrieg nicht mehr am Markt anknüpfen konnten, weil sie weiterhin gegenständlich geblieben sind, wohingegen im Westen Deutschlands die Abstrakten vorherrschend waren. Lediglich die erste Generation der Expressionisten (Umkreis Brücke / Rheinische Expressionisten / Blaue Reiter) oder der Neuen Sachlichkeit sowie einige singuläre Künstler in deren Umkreis wie Nolde, Dix, Beckmann hatten bereits vor dem 3. Reich so einen starken Auftritt, dass sie mit ihrer gegenständlichen Kunst vom Markt wieder angenommen wurden.

Fahrtechnisch hatte ich dort dann ein Problem, das noch nach einer Lösung schreit. Ich war glücklich über eine freie quer zur Fahrbahn verlaufende Parkbucht, dass ich aus dem fliesenden Verkehr ganz zügig vorwärts eingeparkt habe. Dummerweise hatte sich bis zu meiner Rückkehr ein Laster so seitlich am Parkplatz an der Straße platziert, dass er die Sicht auf die Straße durchs Seitenfenster (kommt da was?) versperrt hat, noch hat die Rückfahrkamera den seitlichen Verkehr im Auge. Also langsames Vortasten und hoffen, dass der Querverkehr rücksichtsvoll ist. War auch so. Konsequenz: Den Stress kann man sich wohl nur ersparen, wenn man den vorherigen Stress in Kauf nimmt, rückwärts einzuparken – oder man erweitert das Gesichtsfeld durch seitliche Kameras.

Auf dem Weg nach Feuchtwangen habe ich übrigens Schillingsfürst links liegen gelassen, weil ich die dortige Ludwig-Doerfler-Galerie (Museum zum Namenspatron und einigen weiteren regionalen Künstlern, seit wenigen Wochen übrigens auch mit einem Horst-Haitzinger-Kabinett ausgestattet / außerdem zwischen Ostern und Allerheiligen Wechselausstellungen) im Jahr mehrmals aufsuche. Bei gutem Wetter hatte ich eigentlich vor, dort auch mal das Schloss zu besichtigen und ggf. das Brunnenhausmuseum, vor allem aber eine Flugvorführung der Falknerei zu erleben. Das hebe ich mir mal für einen sonnigen Tag anlässlich eines Ausstellungsbesuchs auf.

Anschließend führte mich der Weg nach Dinkelsbühl. Dort ist in der ganzen Altstadt das Parken mit Parkscheibe nur eine Stunde erlaubt, was für mich eh zu kurz war, hat mich aber auf den Umstand aufmerksam gemacht, dass im Womo noch keine Parkscheibe liegt. Die hab ich mir dann bei der Tourist-Info besorgt. Dinkelsbühl hat aber ein Herz für Touristen und insbesondere auch für Womos, denn wenige hundert Meter vom Nördlinger Tor entfernt ist ein spezieller Womo-Stellplatz (kostenlos, V/E, Strom – vermutlich gegen Bezahlung, hab ich aber nicht geprüft).

Der Platz ist ideal gelegen, denn direkt am Nördlinger Tor ist in der alten Stadtmühle das Museum der 3. Dimension untergebracht. Dieses ist auf optische Wahrnehmungs- und Täuschungsphänomene spezialisiert, von den Trickbildern eines M.C. Escher (von der Straße aus im Garten sichtbar aufgestellte dreidimensionale Nachbauten, die man durch Guckkästen dann als Täuschbild wahrnehmen kann und am Guckkasten vorbei den Trickaufbau) bis hin zu den diversen Wimmel- und kinetischen Bildern sowie Hologrammen. Sollte man mal gesehen haben.

Kinderzeche

Dinkelsbühl selbst hat eine turmbewehrte erhaltene idyllische Altstadt, die seit dem 19. Jh. auch gern von Künstlern als Landidylle dargestellt wurde, u.a. auch von Carl Spitzweg mehrfach als Hintergrund für seine Figurengeschichten. Nachdem es zwar nun wenigstens trocken, aber weiterhin sehr bewölkt und kühl war, habe ich bei einer Rast vor einem Eiscafe (der Nussbecher hat sehr gemundet) den Entschluss gefasst, die Tour am heutigen Tag (also gestern) abzubrechen, um meinen soviel Fussläufigkeit nicht mehr gewohnten Füßen und Beinen mal etwas Erholung zu gönnen und auf eine Fortsetzung bei schönerem Wetter zu hoffen. Auf einer entfernten Tour wäre dies eben mal ein Campingstuhltag mit Lesen, aufgrund der heimatlichen Nähe und weil ich den zweiten Teil Augsburg-Füssen jederzeit ohne viel Aufwand nachholen kann, habe ich mich für die Heimfahrt entschieden.

Die nördlichen Stationen Wallerstein (Pestsäule, Burgfels, Moritzschlösschen mit Hofgarten, ggf. Abstecher zum Schloss Baldern), Nördlingen (schon mehrfach gewesen), Harburg (imposante Burg), Donauwörth (das Käthe-Kruse-Museum liegt nicht so im Zentrum meiner Interessen) und Rain b. Donauwörth (sehenswertes Rathaus, vor allem aber der Dehner Blumenpark) werde ich bei Gelegenheit eines Womo-Händleraufenthalts in Möttingen nachholen.

Abends nach Heimkommen und Ausladen war ich dann so geschafft, dass ich nach Sicht der Post keine Lust mehr hatte, das Notebook anzuschmeißen. Dies habe ich nun nachgeholt.

Erstes Resümee: Das Reisen mit Womo kommt meinen Vorstellungen bzgl. Flexibilität und spezifischer Bequemlichkeit (man hat alles um sich, sofern man es eingepackt hat, ohne es immer wieder abends/morgens transportieren zu müssen) doch sehr entgegen. Die Strom-Autarkie scheint gut zu funktionieren. Duschen und Entsorgung muss ich erst noch Erfahrung bekommen, beim WC-Handling sind noch einige verbessernde Eingriffe erforderlich – auf dem P2 in Rothenburg stand ich wohl nicht ganz eben, was mir selbst kaum aufgefallen wäre, wenn da nicht die Schwerkraft dem normalen Toilettengebrauch reingepfuscht hätte.

Neben der oben beschriebenen Ausparkproblematik rückwärts überlege ich zudem, ob trotz Rückfahrkamera nicht sogenannte akustische Einparkhilfen hinten, seitlich und vorne zusätzliche Sicherheit geben könnten. Beim PKW möchte ich dies nicht mehr missen – es sei denn, man hat eine Einparkautomatik. [Anmerkung 2019: Habe ich buis heute nicht nachgerüstet und vermisse sie auch nicht wirklich, zumal die Rückfahrkamera ein gutes Bild bis zur Stoßstange und Anhängerkupplung liefert – und für das beschriebene Problem des fehlenden seitlichen rückwärtigen Sichtfeldes hilft tatsächlich nur eine einweisende Person oder seitliche Kameras.]

Ende Juni geht es dann auf eine reine Ausstellungstour mit dem Womo.

Beste relaxte Grüße

Arthur / Atze

 

 

Anmerkungen zu älteren Womo-Berichten