Erste Tour Romantische Straße # 2

Erste Tour Romantische Straße # 2

 

Dienstag 24.05.2016

 

Hallo,

habe gestern vergessen in den ersten Bericht reinzuschreiben, dass ihr mir eine Rückmeldung geben könnt, wenn ihr nicht mehr belästigt werden wollt. Ansonsten gehe ich davon aus, dass ihr mehr oder minder interessiert meine ersten Womo-Erfahrungen teilt und ggf. ab und an belächelt.

Die Nacht war bestens. Sowohl das CPAP hat seinen Dienst verrichtet, und dies obwohl das zugekaufte 12/24V-Netzteil des Herstellers sich sehr leicht aus der Buchse zurückzieht. Auch Strom war ausreichend auch ohne Netzanschluss vorhanden. Leider hat die Anzeige keine exakten Werte, sondern nur 4 Leuchtdioden, am Morgen waren 3 noch auf grün. Heute Abend wieder alle dank Lichtmaschine von ca. 2 Stunden Fahrzeit und Solar – und das, obwohl seit gestern Abend auch der Kühlschrank im Betrieb ist (gestern bei der Abfahrt habe ich vergessen, ihn einzuschalten).

Auch die Schlafqualität war nicht zu beanstanden, wenn man mal davon absieht, dass ich in letzter Zeit auch daheim immer früher aufwache. Erste Anzeichen von seniler Bettflucht.

Gekocht habe ich noch nicht, auch keine Frühstückseier. Erstmal mit harten Eiern Vorlieb genommen. Heute Abend bin ich dann in Rothenburg ob der Tauber eingekehrt, denn die kühle Witterung von 9-13 Grad verlangte wenigstens nach einer inneren Aufwärmung.

Kurz vor 10 Uhr traf ich auf dem Residenzplatz in Würzburg ein und hab mich nach kurzem Zögern über ein Verbotsschild hinweg gesetzt. Da stand nämlich für den gesamten riesigen Parkplatz, dass keine Wohnmobile erlaubt sind. Kurzentschlossen habe ich für mich entschieden, dass ich ja kein Wohnmobil fahre sondern einen schmaleren Kastenwagen, die Parkfelder gaben mir diesbezüglich recht. Lediglich in der Länge hat sich einer der beiden hintereinander liegenden Parkzonen auf einen Kleinwagen verkürzt. Gut, dass ich mich am Sonntag nach konkreter Tourplanung und Wetterprognose dazu entschlossen habe, den ausladenden Fahrradträger nebst Rad daheim zu lassen und alle Wege zu Fuß zu machen.

Auwa, Füße. Abgesehen davon, dass ein Fahrrad kaum was gebracht hätte, geben mir meine Füße heute doch massive Missfallensbekundungen. Schon gestern Abend war leichter Muskelkater zu spüren.

Die Residenz in Würzburg – allein schon wegen des gewaltigen Treppenhauses von Balthasar Neumann und den Wand- und Deckengemälden von Giovanni Battista Tiepolo sehenswert – suchte ich jedoch nicht deswegen und wegen des Weltkulturerbe-Statusses auf, sondern ich wollte endlich mal in das dort im Seitenflügel untergebrachte Martin von Wagner Museum, der Gemäldegalerie der Uni Würzburg. Nun denn, ganz nett, aber doch eher zweite Wahl.

Nach einem Abstecher ins Museum am Dom (sehenswert) habe ich meine Stadterkundung wegen Regens abgebrochen und noch eine weitere Attraktion angepeilt, das Käppele, eine Wahlfahrtskirche am Hang. Wow, die Anfahrt hat meinem Ducato massiv zu schaffen gemacht. Bei einer Steigung von wohl über 16% wollte er manchmal schon kaum mehr vorwärts. Ich selbst musste dann vom Parkplatz aus einen Abstieg und zurück leider dann wieder Aufstieg in Kauf nehmen. Der Platz und die Aussicht bei herrlichem Wetter sicher empfehlenswert, die Kirche barocke Durchschnittsware.


Highlights kamen dann auf der Weiterfahrt nach Creglingen (wohl der schönste Holzschnitzaltar von Tilmann Riemenschneider in der Hergottskirche), dann in Rothenburg o.d.T. noch weitere Riemenschneider-Altäre (auch herrlich feine Schnitzerei, wenn auch nicht ganz so prächtig und gewaltig in der Höhe). In Laufnähe zur Hergottskirche kann man dann im vermutlich einzigen Fingerhutmuseum die gestalterische Vielfalt aus der weltweiten Welt der Näher/innen bestaunen – viele Objekte wohl weniger für den täglichen Gebrauch und mehr als wertvolles Geschenk früherer Rollenklischees. Ich hab mir das verkniffen, da vor Jahrzehnten auf einer Taubertaltour mit den Eltern besichtigt.

Über Rothenburg ob der Tauber (o.d.T.) will ich nicht viele Worte verlieren, da sattsam bekannt – sowohl altertümliche Stadt mit langer Stadtmauer (aber im Gegensatz zu Nördlingen nur teilweise begehbar) und einigen Türmen und vor allem Souvenirläden über Souvenirläden. Auch die Kalorienbombe Rothenburger Schneeball (1925 erfunden) habe ich mir verkniffen. Und es ist keine Mär, dass die Stadt vor allem bei Ost-Asiaten beliebt ist. Mindest jede/r zweite Passant/in hat diese Wurzeln. Allerdings gibt es auch viele „einheimische“ Asiaten, sowohl als Bedienung in den Geschäften wie als Geschäftsinhaber/innen. Der Nieselregen hat jedoch nur mäßig zum Lustwandeln animiert.

Riemenschneider-Altar

Riemenschneider-Marien-Altar (Ausschnitt)
Zwölf-Boten-Altar / Friedrich-Herlin (Ulmer-Schule)

Übernachtet habe ich auf dem P2 (offizieller gebührenpflichtiger Wohnmobilstellplatz auf Parkplatz), der zwar Wasser und Strom bietet, von letzterem ich aber keinen Gebrauch mache (und die Anzeige heute beim Aufstehen zeigt wieder 4 gründe Dioden an). Nächtens habe ich aber die Dieselheizung doch angeschmissen, weil die Temperatur wohl unter die 9 Grad gesunken ist und da selbst die wärmende Decke nicht mehr ausgereicht hat.

Apropos nicht wundern über den Zeitsprung von gestern auf heute. Liegt einfach daran, dass ohne Vorwarnung mitten im Schreiben dieser Mail der PC wegen Stromknappheit (Akku) den Betrieb eingestellt hat und ich zu faul war, das extra beschaffte 19V-Netzteil im Dunkeln aus den hinten unter den Betten verstauten Boxen vorzukramen. Das habe ich vorhin bei Tageslicht erledigt und jetzt beende ich diesen Bericht, nochmals mit dem Hinweis, dass ich es euch nicht übel nehme, wenn ihr ihn für die nächste Nummer storniert.

 

Grüßle einstweilen

Arthur / Atze

 

Erste Tour Romantische Straße # 3

Anmerkung zu älteren Womo-Berichten