Donautour Ulm Wien Herbst 2016 # 7

Hallo Mitleserinnen und Mitleser,

morgens gegen acht bei Tageslicht habe ich mal einen Blick auf den Parkscheinautomaten geworfen und festgestellt, dass ich schon eine Stunde im Minus stehe, den er wollte schon seit 7 Uhr (bis 19 Uhr) mit 1,20 €/h gefüttert werden (zweimal die PKW-Gebühr). Kurzentschlossen habe ich das Frühstück verschoben und bin abgefahren, um dann auf einem Rastplatz das Frühstück nachzuholen.

Tag 9 Dienstag 04.10.2016
Seebruck/Chiemsee / Rosenheim / Kloster Seeon / Prien am Chiemsee / München

Am Abend hatte ich meine Ziele für den Tag in der Umgebung daraufhin gecheckt, ob ich ggf. schon den Vormittag dafür nutzen kann. Bei der ursprünglichen Planung war das irrelevant, weil ich ja vormittags in Salzburg sein wollte. Ungünstiger Weise traf dies nur für Rosenheim im doppelten Sinne zu, einerseits wollte ich die Stadt ansehen und eine Ausstellung besuchen, die bereits ab 10 Uhr geöffnet hatte. Ungünstig deshalb, weil dies mich bereits 30 km Richtung München führt, ich dann aber wieder an den Chiemsee nach Prien zurückkehren müsste, da die dortige Ausstellung erst um 14 Uhr öffnete.

Gleichwohl habe ich den Schlenker auf mich genommen, zumal das Regenwetter zu nichts anderem animierte.

(Karte erstellt mit Hilfe von (c) Google Maps)

Rosenheim hat eine sehr ansehnliche Altstadt. Wie stark sie gewachsen ist, sieht man daran, dass gegenüber dem neuen Rathaus eine große Lokremise steht, also ein üblicher Halbrundbau, in dem sternförmig die Lokomotiven der ersten Eisenbahn untergebracht waren mit entsprechender Drehscheibe. Heute ist in dem Bau u.a. eine große Ausstellungshalle untergebracht, derzeit ist dort eine Ausstellung zu Die Wikinger zu besichtigen, auf dem Drehplatz steht dazu einladend ein Nachbau eines beachtlichen Wikingerschiffes.

Das neue Rathaus ist auch nicht mehr wirklich neu, sondern wurde 1858 als erster Bahnhof errichtet. Bereits 1878 wurde diese Funktion wie auch der Lokremise aufgegeben und verlegt und ab da als Rathaus genutzt. Bundesweit bekannt ist das Rathaus als Polizeirevier aus den Rosenheim Cops, der dort nicht sichtbare größere Seitentrakt ist übrigens wegen seiner Bepflanzung (Efeu oder Wein) eine besondere Augenweide. Zwischen Rathaus und eigentlichem Stadtzentrum befindet sich der schön bepflanzter Stadtpark Riedergarten, ein ursprünglich schon 1729 angelegter Apothekergarten.

Allzu intensiv wollte ich die Stadt dann doch nicht erkunden, denn der während meiner Besichtigung zurückhaltende Nieselregen machte heftigeren Schauern Platz.

Die Ausstellung in der Städtischen Galerie / www.galerie.rosenheim.de zu Heinz Kaufmann + Rolf Märkl – eine Künstlerfreundschaft widmet sich zwei regionalen Künstlern, die hier nicht weiter ausgebreitet werden soll.

Dort fiel mir allerdings ein Prospekt des Klosters Seeon in die Hände und erinnerte mich daran, dass ich dies schon früher mal auf meiner Interessenliste hatte, allerdings nicht genau verortet. Jetzt sah ich, was ja auch die Stellplatzbezeichnung nahelegte, dass es unweit von dort auf einer kleinen Insel in einem kleinen See liegt. Also ging der Weg wieder zurück. Die Klosteranlage liegt sehr idyllisch und enthält heute ein Bildungszentrum. Kirche und Kreuzgang kann man ungehindert besichtigen, in einem Seitentrakt der Klosteranlage sind Ausstellungsräume untergebracht. Derzeit werden amüsante Bilder der Illustratorin und Karikaturistin Rosemarie Zacher gezeigt. Der Inselcharakter besteht aber nur noch virtuell, denn diese ist über eine breitere Landzunge mit dem Festland verbunden.

In Prien am Chiemsee suchte ich das Heimatmuseum auf, in dem eine Dauerausstellung zu den sogenannten Chiemseemalern gezeigt wird. Der Chiemsee zog ab dem 19. Jahrhundert zunächst in den Sommermonaten Künstler an, später bildete sich eine Künstlerkolonie aus. Aktuell wird auch noch eine Ausstellung des als Kuhmaler bekannt gewordenen Pete Kilkenny gezeigt. Die königliche Familie war mit dem Chiemsee ebenfalls eng verbunden, insbesondere Ludwig II. (Herrenchiemsee) sowie der spätere Prinzregent Luitpold. Da der Himmel alle Schleusen geöffnet hat, habe ich mir einen Rundgang durchs Städtchen verkniffen und habe München angesteuert.

Durch den Zeitgewinn durch Wegfall Salzburg konnte ich noch die Ausstellung Inszeniert! Spektakel und Rollenspiel in der Gegenwartskunst in der Hypo-Kunsthalle München / www.hypo-kunsthalle.de besuchen (Parken Prannerstraße und Zugang über die Fünf Höfe Passage). Eigentlich hatte mich diese Ausstellung aufgrund der Flyer-Information nicht sonderlich interessiert, ein kurzer Fernsehbericht hat das Interesse dann doch entfacht. Leider, denn mir hat die Ausstellung weitestgehend mit Ausnahme von wenigen Arbeiten nichts gebracht.

Umso schöner war abends der gemütliche Plausch mit meiner Münchner Nichte Tamara und ihrem Mann Rainer im bayerischen Speiselokal Leib & Seele München / www.restaurant-leibundseele.de. Nochmals DANKE an die beiden, die extra mit der U-Bahn vom Vorort in die Stadt gefahren sind.

Dem guten und reichlichen Essen war es vermutlich zu verdanken, dass ich gut und besonders lange geschlafen habe an meinem Straßenstellplatz in der Reitmorstraße direkt neben der Sammlung Schack, die ich jetzt gleich um 10 Uhr aufsuchen werde, bevor mich der Weg über Landsberg am Lech und Mindelheim wieder heimwärts führt.

Beste Grüße für heute

Atze