Donautour Ulm Wien Herbst 2016 # 6

Hallo Mitleserinnen und Mitleser,

nächtens musste ich dann doch noch die Heizung anschmeißen, da die Außentemperatur auf knapp über 10 Grad absank und sich das auch innen bemerkbar machte. Heftiger Schauer tat noch ein Übriges. Der Stromlevel war durch TV (Tatort) und CPAP sowie zwei Smartphones bis zum Morgen auf eine LED gefallen, das Notebook habe ich mich gar nicht mehr getraut, auch noch aufzuladen. Selbst bis zur Abreise kurz nach neun hat sich daran noch nichts geändert. Erst so um 14 Uhr nach einigen Stunden Fahrt hat die Lichtmaschine assistiert durchs Solar die beiden Womobatterien plus Starterbatterie wieder auf vollen Level gebracht. So konnte ich es nun wagen, neben Navi + Smartphones nun das Notebook direkt an die Zigarettenanzündersteckdose anzuschließen. Abends war dann auch das Notebook wieder voller Saft.

Übrigens: Ich bin wieder im Land und übers deutsche Netz erreichbar.

(Karte erstellt mit Hilfe von (c) Google Maps)

Tag 8 Montag 03.10.2016
St. Pölten / Ybbs / Seeon

Während es nachts heftig gegossen hat, hat sich am frühen Morgen kurz nach Sonnenaufgang blauer Himmel und Sonne eingestellt. Der Wetterbericht im Ö3 versprach aber nichts Gutes. Mal sehen, wie lange das trockene Wetter anhält.

Erste Etappe war die niederösterreichische Landeshauptstadt St. Pölten. Zunächst habe ich den Dom aufgesucht. Äußerlich ein unscheinbarer Kirchenbau, nahezu jede Dorfkirche macht mehr her (wenn man mal von den Ökonomiebauten absieht). Innenausstattung erstrahlt im astreinen Barock. Gut, erstrahlt ist eigentlich die falsche Beschreibung, denn die Optik ist farblich eher düster, grau und reichlich gold und schwarz. Eine besondere Attraktion stellt derzeit der Domplatz dar, dort sind nämlich archäologische Ausgrabungen zu Gange. Diese haben römische Besiedelung sowie die Grundrisse der ersten romanischen Kirche (etwa ums Jahr 700), einen späteren gotischen Kirchenbau sowie vermutlich aus der Zeit des jetzigen Doms über 12.000 Skelette zu Tage befördert. Diese lagern überwiegend zu Haufen aufgeschichtet, einzelne sind noch flach in der Erde als Komplettskelett aufgebahrt. Eine Attraktion, die sich drei Grundschulklassen nicht entgehen lassen wollen und dazu extra auf den Besichtigungsturm gestiegen sind – ich mittendrin.

Optisch mehr von sich her machen das Rathaus und sein Platz, gegenüberliegend durch eine weitere Kirche abgeschlossen. Eine durchaus ansehnliche Altstadt, leider waren die heutigen Temperaturen um die 12 Grad nicht dazu angetan, dass man entspannt flaniert oder ein Café im Freien genießt – aber immerhin blieb es trocken.

Auf der Herfahrt hatte ich Ybbs an der Donau ausgelassen, auf der Rückfahrt wollte ich doch sehen, ob die wohlwollenden Beschreibungen stimmen. Baulich macht das Städtchen nicht viel her, was daran liegt, dass die Stadt zweimal im 18. und 19. Jahrhundert zu großen Teilen abgebrannt ist. In sonnigen Zeiten bietet sicher die Donaulände ein eigenes Flair. Die letzten Sonnenstrahlen bei strahlend blauem Himmel konnte ich dort ungestört in einer Liegewippe genießen mit Blick aufs ansprechende Donauufer gegenüber und einer darüber thronenden Klosterkirche.

Kaum wieder im Womo ziehen dunkelgraue Wolken auf und bald begleiten mich Regenschauer auf der weiteren Fahrt. So wollte ich mein nächstes Ziel Wels nicht begehen. Auch kamen mir Zweifel, ob Sightseeing in Salzburg bei diesem Wetter wirklich lohnenswert sein würde, zumal der Wetterbericht für Dienstagvormittag keine Besserung versprach. Bei einem kurzen Zwischenstopp habe ich dann kurzerhand die Reiseroute geändert und mir einen anderen Übernachtungsplatz ausgesucht, von dem ich dann am Dienstagnachmittag zwei wetterunabhängige Ausstellungen im Umfeld des Chiemsees aufsuchen könnte, bevor es nach München weitergeht.

Der

Übernachtungsparkplatz Seeon-Seebruck
Traunsteiner Straße
N 47°55’59.484″ O12°29’7.62″

ist tagsüber kostenpflichtig, nachts darf man aber wohl kostenfrei übernachten. Bei schönem Wetter und Sonne könnte man unmittelbar über der Straße den Chiemsee genießen.

Beste Grüße für heute

Atze