Belgien KunstWomoTour 2018 # 3

Hallo Mitleserinnen und Mitleser,

der Freitag machte seinem Ruf alle Ehre, auch wenn es nicht der 13. ist. Angefangen hat es, dass ich beim Aufstehen feststellte, dass meine Armbanduhr der Zeit hinterher hinkt, die Batterien also wohl schwächeln. Macht aber nichts, da Zeit auf der Tour ja ein relativer Begriff ist, so man nicht gerade irgendwo pünktlich zu sein hat.

 

Tag 4 Freitag 21.09.2018
Lennik / Drogenbos / Tournai / Villeneuve d’Ascq/F / Heule

Nach dem entspannten Frühstück machte ich mich auf den Weg. Hätte in der Nacht nicht plötzlich Regenwetter eingesetzt, welches sich auch morgens noch phasenweise fortsetzt, hätte ich den Bruegel Pfad in bzw. bei Sint-Anna-Pede / Dilbeek / Itterbeek angesteuert. Beginnend von der Kirche Sint-Anna-Pede, Herdebeekstraat 176, 1701 Itterbeek (50°49’52.7″N 4°14’01.7″E / 50.831316, 4.233803) sollen zahlreiche in dieser Gegend entstandene Bruegel-Kunstwerke (Bruegel d.Ä., genannt Bauern-Bruegel) in Wandplakatgröße plus historischen Erläuterungen aufgestellt sein.

https://www.toerismevlaamsbrabant.be/producten/wandelen/bruegelwandeling/

So steuerte ich das Womo rein interessehalber zum Wohnmobilstellplatz Lennik. Aufgeräumter Platz, allerdings mit 4 Plätzen (davon 3 bei meiner Ankunft um halbzehn noch belegt) doch etwas knapp. Ob ein Ausweichen auf den vorgelagerten Parkplatz geduldet würde, muss ungeklärt bleiben. Aber meinen Toilettentank (WCe) konnte ich bei der Gelegenheit wenigstens entleeren.

Nächste Kunststation war das interessante FeliXart Museum Drogenbos und von der Region Flämisch-Brabant ging es dann in den Südwesten Belgiens in die Wallonie nach Tournai, der angeblich zweitältesten Gemeinde Belgiens. Mag ich wohl glauben, zumal in der gewaltigen romanischen Kathedrale Notre-Dame derzeit Ausgrabungen zugange sind (neben den ebenfalls laufenden Restaurierungen), die Wissenswertes zur Baugeschichte zutage fördern. Wie in vielen der andere Städten Belgiens und Frankreich prägt auch hier ein Beffroi (Uhren- und Glockenturm, auch Belfried, Belfort, Belefroi) das Stadtzentrum. Die UNESCO hat 55 davon als Kulturerbe anerkannt.

Nach der kleinen Innenstadtbesichtigung habe ich dann noch das sehr sehenswerte Musee des Beaux-Arts Tournai aufgesucht, das allerdings wegen Renovierung und Ausstellungsumbau derzeit nur eingeschränkt besichtigt werden konnte.

Auch wenn ich nur parken wollte, so wollte ich mein Womo doch auf dem innenstadtnahen  Stellplatz Aire Municipale Tournai abstellen, dieser war aber wegen eines Jahrmarktes belegt. Die von der Stadt ausgewiesenen Ausweichplätze unweit davon waren entweder belegt oder in der Länge beengt, so dass ich auf den normalen gebührenfreien Parkplatz vor der Sporthalle ausgewichen bin.

Und dort nahm die anfangs erwähnte Pechsträhne ihren Ausgang. Kaum aufs Rad gestiegen, riss eine heftige Windböe erst meine Mütze vom Kopf und dann – nachdem ich versucht habe, sie noch rasch mit einer Hand aufzuhalten – mich selbst, unterstützt durch das plötzliche Loslassen der Hinterradbremse warf mich mein Rad wegen des bremsenden Vorderrads und meiner Instabilität vorneüber. Eine unsanfte Landung auf dem Asphalt. Eine lädierte Stirn und Brille (glücklicherweise noch funktionsfähig), lädierte Knie beidseits und ein paar sonstige Prellungen sowie einige Abschürfungen an der linken Hand, davon eine mit anderthalb Zentimeter Hautlappenabriß, waren das Ergebnis. Und die schwächelnde Uhr hat auch ihr Fett bzw. einen Schlag abbekommen und ein Loch und mehrere Sprünge im Glas, funktioniert aber noch. Zwei nette junge Belgierinnen halfen mir auf die Beine und mit zwei Tempotaschentüchern zur Blutsäuberung. So humpelte ich wieder zurück zum Womo, besah im Handspiegel die Wunden reinigte und desinfizierte sie mit einem Wundspray. Danach legte ich dann um die offenen Wunden einen Verband.

Nachdem ich mich vom Schrecken erholt und die Brille wieder Einsatzfähig geputzt hatte, brach ich nach einer kurzen Verschnaufpause dann doch noch in die Innenstadt auf. Am Rad war lediglich mein Spiegel zerdeppert und aus der Verankerung gerissen sowie die Aufhängung eines Schutzbleches leicht lädiert (hält aber provisorisch).

Schmerzende Knie und Kopf und Hand taten dem Programm in Tournai jedoch keinen Schaden.

Mit einer Stunde Verzögerung brach ich dann doch noch über die nahe Grenze nach Frankreich auf, wo ich glücklicherweise noch das LaM – Lille Métropole, musée d’art moderne, d’art contemporain et d’art brut Villeneuve d’Ascq besuchen konnte.

Übernachtungsstation machte ich dann wieder in Belgien Richtung Gent in Heule.

 

Soviel für heute

Euer Atze