Belgien KunstWomoTour 2018 # 1

Hallo Mitleserinnen und Mitleser,

wer vergangene Woche mal eben so auf meiner Webseite vorbeigeschaut hat, konnte an den aktuellen Beiträgen schon erkennen, dass ich wieder auf einer ausgiebigen Kunsttour bin. Nachdem ich im Frühjahr die Niederlande zum selben Zwecke in großen Teilen bereist habe, ist nun Belgien an der Reihe. Zunächst wollte ich auf der Anreise noch einen anderthalbtägigen Stopp in Luxemburg einlegen, bei der Detailplanung hat sich aber schnell gezeigt, dass ich mich zeitlich verkalkuliert habe, da ich am 28.09. auf der letztmaligen Herbst-PHOTOKINA sein will und Belgien überraschend viele Kunstziele aufzuweisen hat. Selbst da musste ich mir letztendlich Beschränkung auferlegen, so wird die Wallonie mit Ausnahme von Namur und Tournai einer späteren Tour vorbehalten bleiben.

 

Tag 1/2 Dienstag 18.09.2018 / Mittwoch 19.09.2018
Luxemburg / Namur / Brüssel / Grimbergen

Direkt nach einem nachmittäglichen freundschaftlichen Kuchenplausch in Ulm brach ich von dort mit dem Womo Richtung Luxemburg auf. Obwohl die erste Rushhour bereits vorbei war, gestaltete sich die Autobahnfahrt zwischen Wendlingen und Pforzheim etwas zäh, danach jedoch flüssig. Angesichts heimatlicher Dieselpreise um 1,35 € und in Belgien 1,45 € sind die Luxemburger Preise um 1,15 € eine Wohltat und Anlass, den Tank nochmals bis zum Anschlag zu füllen. Da ich dies nicht unbedingt an Autobahntankstellen erledigen wollte, habe ich mir einige Tankstellen mit 24h-Betrieb unweit der Autobahn herausgesucht und am Kartenautomat allerdings nur mit Kreditkarte (MasterCard) mein Tankbedürfnis erfüllen können (Shell, 2 Route de Longwy, 8080 Bertrange, Luxemburg / Shell, 227 Route de Longwy, 1941 Luxembourg).

Ziel war der Wohnmobilstellplatz Tabora Namur, wo ich dann die erste weitgehend ruhige Nacht verbrachte.

Anderntags fuhr ich die knapp anderthalb Kilometer an der Sambre entlang ins Altstadtzentrum am anderen Ufer. Die frühe Morgenstunde wollte ich vor Öffnung der Museen nutzen, um etwas von der Stadt kennenzulernen. Allerdings war das Augenvergnügen durch zahlreiche Baumaßnahmen oder Festaufbauten beeinträchtigt. Obwohl in Belgien das öffentliche Leben später beginnt als in Deutschland und viele Geschäfte erst um 10 Uhr oder sogar später öffnen, gefiel mir die Ausstrahlung des Ortes auch vor der geschäftigen Zeit. Also vormerken für einen touristischen Besuch. Die Kunsttour eröffnete ich mit dem TreM.a – Museum der Antiken Künste Namur, dessen Gemäldebestand überschaubar ist und mich somit nicht lange vom Besuch des Musée Félicien Rops Namur abhielt.

Nach Rückkehr zum Stellplatz brach ich mit dem Womo zur Zitadelle von Namur auf, nicht weil ich diese selbst und das Besucherzentrum Terra Nova näher in Augenschein nehmen wollte, sondern weil ich hoffte, einen Blick von oben auf die Stadt und den Zusammenfluss der Sambre mit der Maas zu erhaschen. Auf der Serpentinenfahrt nach oben gibt es mehrere Rastpunkte, die entweder den Blick auf die Altstadt oder die Neustadt mit der dominierenden Maas freigeben.

Kurz nach Mittag brach ich dann nach Brüssel auf, wo ich in den Vororten Ixelles das Musée Uniere Museum Brüssel sowie Musée Wiertz Museum Brüssel (beides sind Zweigmuseen der Musees Royaux des Beaux Arts) und in St. Gilles das Horta Museum Brüssel ansteuerte. Glücklicherweise bekam ich jeweils in kurzer fußläufiger Entfernung einen ausreichend dimensionierten Parkplatz längs einer Straße. Optional hatte ich mir als weitere Station noch das  René Magritte Museum im Vorort Jette vorgemerkt, jedoch schon ahnend, dass dafür die Zeit nur reichen würde, falls an den vorherigen Stationen der Besuch sehr kurz ausfällt oder ganz entfällt. Dem war nicht so, so dass mich der Weg quer durch Brüssel zum Atomium führte, welches in Richtung meines angepeilten Stellplatzes Grimbergen steht. Das Atomium selbst wollte ich bei diesem Besuch nicht erkunden, obwohl es neben der beeindruckenden Aussicht aus den Plattformen auch interessante Ausstellungen zu bieten hat, sondern ich wollte es nur mal live gesehen und fotografiert haben.

Apropos Foto: Entgegen den meisten Gebäuden, die aufgrund dem Rechtsgrundsatz der Panoramafreiheit von öffentlichem Grund aus fotografiert und in nicht schmähender Weise veröffentlicht werden dürfen, gilt dies aufgrund des Urhebergesetzes für bestimmte Gebäude nicht (uneingeschränkt). So darf der Eiffelturm zwar fotografiert und publiziert werden, weil Gustave Eiffel schon mehr als 70 Jahre tot ist, allerdings nicht bei Nachtaufnahmen, in den die aktuelle Beleuchtungsszenerie Gegenstand des Fotos ist (siehe u.a. http://reise-foto-journalist.com/urheberrecht-bildrecht-fotorecht-foto-atomium-in-bruessel/ ).

André Waterkeyn, der Entwerfer des Atomiums ist erst 2005 verstorben, sein Urheberrecht erlischt somit erst 2075. Die Rechtegesellschaft für das Atomium hat bestimmt (siehe http://atomium.be/AuthorsRights.aspx ), dass für nicht-kommerzielle Verwendung von selbst aufgenommenen Fotos keine vorherige Genehmigung und keine Lizenzgebühren bei Veröffentlichungen erforderlich sind, sofern das Abbild nicht verändert oder in einen abträglichen Kontext gestellt wird. Andernfalls hätte ich auf die Veröffentlichung dieser Fotos eben verzichten müssen.

Buntes Toilettenhäuschen beim Atomium

Apropos Verkehr: Obwohl Brüssel bzgl. des Straßenverkehrs ja verschrien ist, erfolgte sowohl die Anfahrt am frühen Nachmittag wie auch die innerstädtischen Transfers ohne größere Staus. Selbst die Durchquerung in der Rushhour war nicht stressiger als zur selben Zeit in Ulm. Lediglich bei der Anfahrt des Stellplatzes kam es zu einer Fehlleitung, weil ich in meinem Navi einen angebotenen Parkplatz Terwilgen ausgewählt hatte. Dieser entpuppte sich aber schon beim ersten Anblick als nicht zutreffend (zumal ich den Stellplatz vorab über die Satellitenansicht von Google Maps angesehen hatte). Also doch die Koordinaten eingeben und nach 4km Umweg war ich dann auf der anderen Autobahnseite beim richtigen Park- bzw. Stellplatz Terwilgen Grimbergen. Nach etwas kreisen fand ich dort dann auch einen kurzen PKW-Platz am Rand, bei dem mich meinen Fahrzeugüberhang und den Fahrradständer ins Grüne ragen lassen konnte (die meisten Randplätze haben hinten eine sehr nahe Begrenzung und die Doppel-Plätze in der mittleren Parkzone waren jeweils mit mindestens einem PKW belegt). Bis in den zwischenzeitlich schon sehr früh anbrechenden dunklen Abend hinein herrschte auf dem Platz reges Kommen und Gehen von Sportlern oder deren Eltern. So gegen 22 Uhr kehrte dann aber Ruhe und Leere ein.

Apropos Brüssel: Seit 1. August 2018 gilt für Brüssel die Umweltzone, d.h. ältere Dieselfahrzeuge dürfen nicht mehr oder nur gegen Tagesgebühr einfahren bzw. darin verkehren, alle anderen müssen sich wie auch in Antwerpen registrieren lassen. Weitere Städte werden folgen.

Noch ein kleiner Nachtrag zum Musée Wiertz Museum Brüssel. Nur etwa 100m unterhalb des Museums erstreckt sich das Europaviertel mit Parlamentsgebäude und dem Besucherzentrum Parlamentarium. Neben EU und Museum erstreckt sich der Parc Léopold, 1851 ursprünglich als zoologischer Garten gegründet und später zum Landschaftsgarten im englischen Stil umgewandelt. Am Rande der Anlage wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Laboratorien des Instituts Pasteur eingerichtet, an denen Marie Curie gewirkt hat. Oberhalb gegenüber dem Musée Wiertz ist das sehenswerte (https://www.naturalsciences.be/) angesiedelt.

Soviel für heute

Euer Atze